Früh erkennen, gezielt handeln
Was ist Lungenkrebsfrüherkennung?
Lungenkrebsfrüherkennung bedeutet, Personen mit erhöhtem Risiko werden regelmäßig mit einer strahlungsarmen Computertomographie (Niedrigdosis-CT) untersucht. Diese kurze Untersuchung liefert Bilder der Lunge und dient der möglichst frühen Erkennung kleinster Veränderungen im Lungengewebe.
In Deutschland ist seit April 2026 ein strukturiertes Screening (auch Lungenkrebsfrüherkennung genannt) eine gesetzliche Kassenleistung für bestimmte starke Raucher:innen und ehemalige Raucher:innen im Alter von 50 bis 75 Jahren.
In unter 3 Minuten informiert
Lungenkrebsfrüherkennung auf einen Blick
In diesem kurzen Video erfährst du kompakt zusammengefasst, für wen sich die Lungenkrebsfrüherkennung eignet und wie unkompliziert der Ablauf ist.
Zahlen und Fakten
Warum die Lungenkrebsfrüherkennung so wichtig ist
Lungenkrebs betrifft viele Menschen – nutze die Chance und profitiere von einem Lungenkrebsscreening: In Deutschland ist Lungenkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen und gleichzeitig eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Deshalb kann eine Lungenkrebsfrüherkennung helfen, eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen und somit früher die passenden Behandlungsschritte einzuleiten.

Wissenschaftliche Untersuchungen, zeigen, dass Menschen mit einem besonders hohen Lungenkrebsrisiko deutlich vom Screening mit Niedrigdosis-CT profitieren können. Im Rahmen internationaler Studien konnte eine eindeutige Reduktion der Lungenkrebsmortalität um etwa 20 % nachgewiesen werden.2
Jetzt Verantwortung übernehmen und Lungengesundheit checken
Die wirksamste Möglichkeit, Lungenkrebs vorzubeugen, besteht darin, bekannte Risikofaktoren zu vermeiden. An erster Stelle steht dabei, mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst damit anzufangen. Mehr Details zu den Risikofaktoren findest du hier. Auch eine langfristige Rauchentwöhnung sowie eine insgesamt gesundheitsbewusste Lebensweise können dazu beitragen, das Risiko weiter zu senken. Hilfreiche Tipps und Materialien zur Förderung des Nichtrauchens findest du auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Unter www.rauchfrei-info.de erhältst du zusätzlich praktische digitale Unterstützungsangebote, die dir beim Entschluss und Einstieg ins rauchfreie Leben helfen.
Vorsprung durch Früherkennung
Warum bei Lungenkrebs frühes Handeln zählt
Lungenkrebs verursacht im Frühstadium meist keine Beschwerden. Wer erst bei deutlichen Symptomen ärztlichen Rat sucht, verliert häufig wertvolle Zeit, in der der Tumor noch gut behandelbar wäre. Meist wird die Erkrankung dann erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt – was die Überlebenschancen signifikant verringert.
Die Statistik zeigt deutlich: Je später die Diagnose, desto eingeschränkter sind die therapeutischen Optionen.

Wertvolle Zeit gewinnen
Warum du nicht auf Symptome warten solltest
Die Lungenkrebsfrüherkennung kann mehr Betroffenen eine frühere Diagnose ihrer Erkrankung ermöglichen. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser kann der Krebs behandelt werden. Langfristig soll durch die Einführung der Lungenkrebsfrüherkennung der Diagnosezeitpunkt früher liegen (= stage shift), sodass die Prognose der Patient:innen verbessert und Heilung möglich werden kann.
Die Abbildung visualisiert diesen Effekt: Durch das Screening werden mehr Tumore im frühen Stadium I und entsprechend weniger im späten Stadium IV entdeckt.

Erfahre hier mehr über die Einteilung der verschiedenen Phasen und was sie für die Therapie bedeuten.
Wer kann profitieren?
Für wen kommt eine Lungenkrebsfrüherkennung infrage?
Anspruch auf das Lungenkrebsscreening haben bestimmte Hochrisikopersonen im Alter von 50 bis 75 Jahren. Die Kosten werden seit April 2026 von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, auch privat Versicherte Hochrisikopersonen haben Anspruch auf die Untersuchung. Konkret ist die Teilnahme möglich, wenn mindestens 25 Jahre lang Zigaretten konsumiert wurden und dabei mindestens 15 sogenannte „Packungsjahre“ erreicht wurden. Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen einer Packung mit 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr hinweg. Auch ehemalige Raucher:innen haben die Möglichkeit am Lungenkrebsscreening teilzunehmen, sofern der Rauchstopp nicht länger als 10 Jahre zurückliegt.
Hier siehst du eine Übersicht der Einschlusskriterien:8,9

Erste Risikoeinschätzung
Mach den kurzen Selbsttest
Wenn du wissen möchtest, ob für dich ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs vorliegt, kannst du das ganz einfach mit unserem kurzen Selbsttest zur Risikoeinschätzung prüfen. Nach Beantwortung dieser 6 Fragen erfährst du sofort, ob eine Lungenkrebsfrüherkennung für dich infrage kommen könnte.
Spreche außerdem deine Hausärztin oder deinen Hausarzt an und diese:r prüft gemeinsam mit dir, ob du die Voraussetzung für die Lungenkrebsfrüherkennung erfüllst.
Hier geht’s zum Selbsttest.
Für (Ex-)Raucherinnen und (Ex-)Raucher
So läuft die Lungenkrebsfrüherkennung ab
Die Lungenkrebsfrüherkennung darf nur von speziell qualifizierten Fachpraxen und Kliniken durchgeführt werden. Wenn du dich dafür interessierst, wende dich am besten zuerst an deine hausärztliche Praxis. Dort wird zunächst geprüft, ob du die Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllst. Dein Ergebnis wird anschließend in einem sogenannten Prüfbericht festgehalten.
Mit diesem Bericht und einer Überweisung kannst du dich im nächsten Schritt an eine radiologische Praxis wenden, die für die Früherkennungsuntersuchungen zugelassen ist, und dort einen Termin für eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung vereinbaren. In der Radiologie erhältst du weitere Informationen zum Ablauf des Lungenkrebsscreenings. Anschließend erfolgt die Untersuchung mittels Niedrigdosis-CT. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, ist schmerzfrei und es wird kein Kontrastmittel benötigt.
Im weiteren Verlauf werden deine CT‑Bilder von erfahrenen radiologischen Fachärztinnen und ‑ärzten mit zusätzlicher Qualifikation fürs Lungenkrebsscreening sorgfältig beurteilt.
Auf was sollte ich vor der Untersuchung achten?
Für die CT-Untersuchung bedarf es keiner besonderen Vorbereitungen.
Was muss ich während der Untersuchung beachten?
Für die Dauer der Bildgebung oder CT-Untersuchung (meist nur wenige Minuten) solltest du ruhig liegen
bleiben und die Anweisungen des Fachpersonals vor Ort befolgen. Für wenige Sekunden wirst du gebeten, den Atem anzuhalten, damit scharfe Bilder der Lunge entstehen. Bei Unsicherheiten oder Fragen kannst du jederzeit vor Ort nachfragen.


Wer trägt die Kosten?
Kosten für die Früherkennung
Die Kosten für die Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-CT werden seit April 2026 vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen für bestimmte starke und ehemalige Raucher:innen übernommen. Grundlage dafür ist eine Verordnung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, die zum 1. Juli 2024 in Kraft getreten ist.3
Nutzen und Risiken der
Lungenkrebsfrüherkennung im Überblick
Nutzen-Risiko-Bewertung
Im Mittelpunkt des Screenings steht die Früherkennung von Lungenkrebs in einem Stadium, in dem die Möglichkeit auf eine kurative (heilende) Behandlung bestehen kann. Das Ziel der Untersuchung ist, Behandlungsmöglichkeiten optimal zu nutzen und die Prognose betroffener Personen deutlich zu verbessern.

Die Durchführung des Screenings mittels Niedrigdosis-CT geht mit einer niedrigen, aber vorhandenen Strahlenbelastung einher. Dieser Faktor wird im Rahmen der Nutzen-Risiko-Bewertung transparent berücksichtigt. Der Nutzen der frühen Diagnose und damit die Möglichkeit, eine Erkrankung im gut behandelbaren Stadium zu entdecken, steht einer niedrigen Strahlenbelastung gegenüber.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bewertet das Lungenkrebsscreening für die festgelegte Risikogruppe positiv. Für Menschen, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen, überwiegt der Nutzen der Untersuchung das Risiko durch die zusätzliche Strahlenbelastung. Die Kriterien für die Teilnahme sind klar geregelt und beziehen sich vor allem darauf, wie viel und wie lange jemand geraucht hat und wie alt die Person ist.
Wenn du die Teilnahmevoraussetzungen erfüllst, ist der Nutzen der Untersuchung größer als das Risiko durch die zusätzliche Strahlenbelastung.
Die Teilnahme am Screening-Programm ist somit ein Angebot für Personen mit erhöhtem Risiko. Alle 12 Monate erhalten diese frühzeitige Klarheit über ihre Lungengesundheit und im Fall einer Erkrankung die besten Behandlungschancen.
Orientierung für den nächsten Weg
Ergebnis erhalten, wie geht es danach weiter?
In den meisten Fällen ist das Ergebnis des Screenings unauffällig – dann reicht es, wenn du nach 12 Monaten zur nächsten routinemäßigen Kontrolle kommst. Doch selbst wenn Auffälligkeiten entdeckt werden, ist das kein Grund zur Panik. Die Statistik zeigt: Viele Veränderungen in der Lunge stellen sich nach einer weiteren Untersuchung als harmlos heraus. Das folgende Schaubild verdeutlicht, mit welchen Ergebnissen 1.000 Patient:innen nach einem Niedrigdosis-CT im Durchschnitt rechnen können.

Wenn der seltene Fall eintritt
Lungenkrebsdiagnose erhalten?
Ein solcher Befund kann verunsichern, und das ist völlig verständlich. Niemand muss damit allein umgehen. Auf www.lungenkrebs.de sowie in den Community-Kanälen findest du verständliche Informationen, Austausch und Unterstützung für die nächsten Schritte.

Unser Instagram Kanal bietet dir kurze Impulse und leicht verständliche Infos für mehr Orientierung

Auf YouTube findest du verständliche Erklärvideos, die dich bei deinen nächsten Schritten unterstützen.

Auf Facebook findest du eine hilfreiche Community für Austausch und deine offenen Fragen.
Auf Facebook findest du eine hilfreiche Community für
Austausch und deine offenen Fragen.
Mit Liebe begleitet
Ein riesiges Unterstützungs- netzwerk für dich
Damit du und deine Angehörigen nach einer Lungenkrebsdiagnose schnell Hilfe finden, stehen verschiedene qualifizierte Anlaufstellen zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel, deine Hausärztin oder dein Hausarzt, der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e./V., das Aktionsbündnis Patientensicherheit zielGENau e. V. und das Krebsforum für Angehörige. Sie bieten medizinische Information, psychosoziale Unterstützung und Austausch mit anderen Betroffenen, du musst diesen Weg nicht allein gehen. Weitere Anlaufstellen und Informationen findest du hier.

Schnell beantwortet
FAQ – Häufige Fragen zur Lungenkrebsfrüherkennung
Ein FAQ beantwortet vieles – aber eben nicht alles. Wenn deine individuelle Frage hier nicht auftaucht, musst du nicht lange im Netz nach Antworten suchen. Nutze den direkten Weg und stell sie ganz einfach unserem medizinischen Expert:innenrat: fundiert, sicher und vertraulich.
- Was ist Lungenkrebsfrüherkennung und warum ist sie wichtig?
Die Lungenkrebsfrüherkennung soll Lungenkrebs möglichst in einem frühen Stadium entdecken, noch bevor Beschwerden auftreten. Das ist wichtig, weil Lungenkrebs in frühen Stadien oft besser behandelbar ist als in fortgeschrittenen Stadien. Ziel ist es, Tumoren früher zu erkennen und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung zu verbessern. Ob eine Früherkennungsuntersuchung sinnvoll ist, hängt aber vor allem vom persönlichen Risiko ab, insbesondere von Alter und Rauchgeschichte.
- Komme ich für das Screening infrage – auch wenn ich bereits aufgehört habe zu rauchen?
Das Alter (ab 50 Jahren) ist ein Faktor, aber entscheidend ist vor allem die persönliche Raucher:innen-Historie. Die Eignung wird immer ärztlich festgestellt. Infrage kommen z. B. Personen, die über mindestens 25 Jahre stark geraucht haben. Auch ehemalige Raucher:innen sind berechtigt, sofern der Rauchstopp nicht länger als 10 Jahre zurückliegt.
- Was bedeutet „Pack-Years“ und wie rechne ich das aus?
Pack-Years sind ein Maß dafür, wie stark jemand im Lauf des Lebens geraucht hat. Ein Pack-Year entspricht in der Regel dem Konsum von einer Packung mit 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr.
Die Berechnung ist einfach:
Pack-Years = täglich gerauchte Zigaretten ÷ 20 × Anzahl der Jahre
Beispiel: Wer 20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre geraucht hat, kommt auf 15 Pack-Years. Wer 10 Zigaretten pro Tag über 20 Jahre geraucht hat, kommt auf 10 Pack-Years. Dieser Wert ist wichtig, weil er oft genutzt wird, um das persönliche Risiko einzuschätzen.
- Wie oft sollte ich gehen und zahlt das meine Krankenkasse?
Gute Neuigkeiten: Seit dem 1. April 2026 ist das Lungenkrebsscreening eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sobald deine Hausarztpraxis feststellt, dass du zur Risikogruppe gehörst, werden die Kosten für das Niedrigdosis-CT übernommen. Du kannst und solltest diese Chance dann regelmäßig alle 12 Monate nutzen.
- Wie läuft eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung ab? Tut das weh?
Bei der Niedrigdosis-CT werden mit einer geringen Strahlenmenge Bilder der Lunge aufgenommen. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft. Man liegt dabei auf einer Liege, die sich durch das CT-Gerät bewegt. Währenddessen muss man meist für kurze Zeit still liegen und manchmal kurz die Luft anhalten. Es werden Bilder des Brustkorbs gemacht, damit Auffälligkeiten in der Lunge erkannt werden können. Die Untersuchung selbst dauert in der Regel nur wenige Minuten.
- Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.). Krebs in Deutschland für 2021–2023. 15. Ausgabe. Berlin, 2025.
- BFS. Nutzen-Risiko-Bewertung eines Lungenkrebs-Screenings für (Ex-)Rauchende mittels Lowdose-CT. URL: https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/medizin/abgeschlossen/lungenkrebs-screening.html (zuletzt aufgerufen: Mai 2026).
- GBA. Lungenkrebs-Früherkennung für Raucherinnen und Raucher kommt ab April in die Versorgung, URL: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1316/ (zuletzt aufgerufen: Mai 2026).
- KBV. Lungenkrebs‑Screening. URL: https://www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/praevention/lungenkrebsscreening (zuletzt aufgerufen: Juli 2026).
- Vogel-Claussen J et al. RöFo 2022; 194(12): 1333–1345 (zuletzt aufgerufen: Mai 2026).
- Robert Koch-Institut. Krebs in Deutschland für 2019/2020. URL: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html (zuletzt aufgerufen: Juli 2026)
- Bundesamt für Strahlenschutz. Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie – Wissenschaftliche Bewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz gemäß § 84 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz. Stand August 2023. URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-2021082028027 (zuletzt aufgerufen: Juli 2026).
- Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Verordnung über die Zulässigkeit der Anwendung der Niedrigdosis-Computertomographie zur Früherkennung von Lungenkrebs bei rauchenden Personen (Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung – LuKrFrühErkV). 2024. URL: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/162/VO.html (zuletzt aufgerufen: Juli 2026).
- Blum TG, et al. Pneumologie. 2025; doi:10.1055/a-2748-2597 (inkl. Supplement).
DE-97595/07-26


