Lungenkrebs verstehen

Symptome

Einer der Gründe, warum Lungenkrebs oft erst sehr spät diagnostiziert wird, ist, dass man ihn nicht „sieht”. Die ersten Symptome, an denen man Lungenkrebs erkennen kann, sind vielfältig und eher unspezifisch. Sie kommen auch bei zahlreichen anderen Krankheiten vor, deshalb wird daraus nicht sofort auf Lungenkrebs geschlossen. Viele Lungenkrebspatient:innen haben auch erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome wie z. B. Schmerzen. Deshalb ist es besonders wichtig, vor allem als Risikopatient:in, bei bestimmten Anzeichen ärztlichen Rat einzuholen.

Lungenkrebs verstehen

Erste Anzeichen erkennen

Trotz der unspezifischen Symptome gibt es eine Reihe von Anzeichen, die auf Lungenkrebs hindeuten. Diese können je nach Lage und Ausbreitung des Tumors in der Lunge und über die Lunge hinaus in folgende Symptome wie allgemein, lokal tumorbedingt und metastasenbedingt unterteilt werden.

  • Allgemeine Symptome umfassen unter anderem Gewichtsverlust, Schwäche und Fieber und zeigen an, dass der Körper durch den Tumor belastet wird.
  • Lokal tumorbedingte Symptome werden durch die Anwesenheit des Tumors in der Lunge verursacht. Sie umfassen u.a. Husten, Atemnot und blutigen Auswurf.
  • Metastasenbedingte Symptome sind die Folgen der Streuung des Krebses in andere Organe. So kann es u. a. zu Schwindel und Kopf- sowie Knochenschmerz kommen, je nach Lage der Metastasen.
  • Zusätzlich gibt es noch die sogenannten paraneoplastischen Symptome. Diese werden nicht direkt durch das Tumorwachstum verursacht. Stattdessen entstehen sie durch Signalstoffe, die der Tumor freisetzt. Zu den paraneoplastischen Symptomen gehören u.a. Blutarmut, Blutgerinnungsstörungen und ein erhöhter Kalziumwert im Blut.
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Gehörst du zu einer Risikogruppe, ist es besonders wichtig, auf diese Symptome zu achten. Wenn diese und andere der folgenden Symptome auftreten und länger als zwei Wochen bestehen, empfiehlt sich eine Abklärung bei einem Facharzt/einer Fachärztin. Denn gerade, weil es bisher keine Vorsorgeuntersuchung gibt, sollten verdächtige Anzeichen und Symptome ernst genommen werden, um Lungenkrebs so früh wie möglich zu erkennen. Alle genannten Symptome können nicht nur in einem späteren, sondern auch in einem früheren Lungenkrebs-Stadium auftreten.

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Hartnäckiger Husten

Nach mehr als zwei Wochen Husten und trotz ärztlicher Behandlung stellst du fest: Mein Husten geht nicht weg. Das kann ein Anzeichen für Lungenkrebs sein. Die Art und Ausprägung des Hustens sind dabei oft ganz unterschiedlich: trocken oder feucht, häufig oder seltener, mehrmals täglich oder nur von Zeit zu Zeit. Gerade wer raucht und damit zur größten Risikogruppe gehört, ist jedoch oftmals an chronischen „Raucherhusten“ gewöhnt. Verändert sich der bekannte Husten, solltest du deinen Hausarzt oder deine Hausärztin aufsuchen.

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Atemnot und Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
Pfeifen beim Atmen oder zischendes Atemgeräusch (Stridor)

Atemnot und/oder Kurzatmigkeit (Dyspnoe) in Verbindung mit körperlicher Aktivität können auch erste Anzeichen von Lungenkrebs sein – besonders bei Betroffenen, die niemals geraucht haben. Durch eine Verengung der Atemwege kann die Atmung von einem hörbaren Zischen oder Pfeifen beim Atmen (Stridor) begleitet werden. Dieses Symptom wird oft als Altersbeschwerde abgetan oder einem inaktiven Lebensstil oder Übergewicht zugeschrieben, sollte aber unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

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Blutiger Auswurf (Bluthusten oder Bluterbrechen)

Bluthusten (Hämoptysis) ist ein häufiges Symptom bei Lungenkrebs. Er tritt bei einem Fünftel aller Lungenkrebserkrankten auf und ist oftmals eines der ersten Anzeichen, die Betroffene bemerken und beunruhigen. In vielen Fällen der Erkrankung beschränkt er sich auf kleine Mengen von blutigem Auswurf. Bei Bluthusten solltest du deshalb umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

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Ungewollter Gewichtsverlust

Für viele Menschen ist Gewichtsverlust ein angestrebtes Ziel. Ungewollter Gewichtsverlust kann jedoch auch ein Symptom für eine mögliche Lungenkrebserkrankung sein. Ein starker Gewichtsverlust in kurzer Zeit entspricht etwa 5 % des Körpergewichts oder mehr als 5 kg in einem Zeitraum von 6 bis 12 Monaten.  35 % bis 75 % der Lungenkrebserkrankten leiden vor der Diagnose unter Gewichtsverlust. 

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Brustschmerzen

Schmerzen in der Brust oder ein Unwohlsein im Brustbereich können auf Lungenkrebs hinweisen. Dabei treten diese Beschwerden nicht unbedingt dauerhaft auf und können nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Ein weiteres häufiges Anzeichen sind unspezifische Schmerzen im ganzen Brustkorb, die nicht konkret bestimmt werden können.

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Wiederkehrende Atemwegsinfekte

Befindet sich der Tumor in der Nähe der Luftröhre, kann er diese verengen. Damit steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen. Treten solche Infekte vermehrt und in Kombination mit anderen der hier aufgeführten Symptome auf, solltest du ärztliches Fachpersonal aufsuchen.

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Fieber und Nachtschweiß

Auch Fieber und Nachtschweiß können Anzeichen für Lungenkrebs sein – besonders in Kombination mit anderen Symptomen. Oftmals wird beides jedoch einem Infekt zugeschrieben und nicht als Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung wahrgenommen. Gehe deshalb vor allem bei zusätzlichen Symptomen auf Nummer sicher und lasse dir einen Termin für eine ärztliche Untersuchung geben.

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Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Heiserkeit ohne Erkältung

Manche Lungenkrebserkrankte haben eine heisere Stimme. Heiserkeit ohne Erkältung kann vorkommen, wenn der Tumor auf den sogenannten Recurrensnerv im Brustkorb drückt oder es Metastasen in diesem Nerv gibt. Der Recurrensnerv ist für die Steuerung der Stimmbänder und des Kehlkopfes verantwortlich. In diesem Fall kann auch das Schlucken schwerfallen oder mit Schmerzen und/oder einem brennenden Gefühl verbunden sein.

„Eine Frage quälte mich am Anfang besonders. Ich hatte doch überhaupt keine Schmerzen. Ja, ich rauchte vielleicht eine halbe Schachtel am Tag. Aber es ging mir doch immer gut. Ich spürte nichts.“

Anonym, Lungenkrebs-Patient

Anzeichen in spätem Stadium

Lungenkrebs-Symptome im fortgeschrittenen Stadium IV

Bei fast der Hälfte aller erkrankten Personen wird der Lungenkrebs erst im Stadium 4 diagnostiziert. Im Gegensatz zu früheren Stadien hat der fortgeschrittene Lungenkrebs Stadium 4 bereits in andere Körperregionen gestreut und sogenannte Fernmetastasen gebildet. Davon sind vor allem die Knochen, die Leber, die Nebennieren, die Lymphknoten und das Gehirn betroffen.

Weil der Krebs nicht mehr nur die Lunge, sondern nun auch andere Teile des Körpers befallen hat, können in diesem Stadium weitere Anzeichen und Symptome auftreten. Bei nicht wenigen Betroffenen sind Beschwerden durch Metastasen sogar der erste Hinweis auf die Erkrankung und nehmen Einfluss auf die Wahl geeigneter Therapieoptionen.

Deshalb muss diesen Symptomen genau nachgegangen werden. Im Folgenden erfährst du, welche Symptome durch Metastasen in anderen Organen auftreten können.

Hat der Lungenkrebs Knochenmetastasen gebildet, so sind Knochenschmerzen das häufigste Symptom. Oftmals beginnt der Schmerz leicht und ähnelt dem einer Muskelzerrung oder einer Verspannung. Im Laufe der Zeit können die Schmerzen jedoch immer weiter zunehmen. Bei manchen Erkrankten ist das erste Anzeichen von Knochenmetastasen ein Knochenbruch. Wenn der Tumor die Knochen schwächt und sie daher besonders empfindlich sind, können unter gewissen Umständen bereits alltägliche Belastungen zu einem Bruch führen.

Im Gegensatz zu Knochenmetastasen bringen Lebermetastasen keine besonderen Symptome mit sich. Die Metastasierung wird oft erst entdeckt, wenn bei einer bildgebenden Untersuchung wie einer Computertomographie gezielt nach Metastasen gesucht wird.

Treten doch Symptome auf, sind diese meist unspezifisch. Dazu gehören:

  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Allgemeine Schwäche
  • Gelbsucht
  • Juckreiz

Die Nebennieren sind kleine Drüsen auf den Nieren, die für den Hormonhaushalt eine wichtige Rolle spielen. Die Metastasierung in den Nebennieren wird in den meisten Fällen eher zufällig entdeckt - zum Beispiel bei einer bildgebenden Untersuchung wie einer Computertomographie. Denn normalerweise verursacht Lungenkrebs, der in die Nebennieren gestreut hat, keine Symptome.

In seltenen Fällen können jedoch Rückenschmerzen, Schmerzen im Bauchraum, Blutungen oder eine Unterfunktion der Nebennieren auftreten.

Hat der Lungenkrebs Lymphknoten außerhalb der Lunge befallen, zeigt sich dies in der Regel durch Schwellungen der betroffenen Lymphknoten, die besonders bei Druck auf der entsprechenden Stelle ein unangenehmes Gefühl verursachen. Oftmals treten geschwollene Lymphknoten im Bereich des Halses und Nackens oder der Achselhöhle auf.

Hirnmetastasen des Lungenkrebses üben häufig Druck auf das umliegende Hirngewebe aus. Dadurch kann die Funktion von benachbarten Gehirnbereichen beeinflusst werden, beispielsweise indem die Durchblutung gestört wird.

In der Folge können neurologische Beschwerden auftreten, wie zum Beispiel:

  • Lähmungen
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Schwindel
  • Wesensveränderungen
  • Gleichgewichtsstörungen

Schnell beantwortet

FAQ – Häufige Fragen zu Symptomen von Lungenkrebs

Lungenkrebs verursacht vor allem in frühen Stadien oft unspezifische Beschwerden oder bleibt lange unbemerkt. Umso wichtiger ist es, mögliche Warnzeichen zu kennen und ärztlich abklären zu lassen. In diesem FAQ findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Symptome und erste Anzeichen von Lungenkrebs.

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Welche Symptome können auf Lungenkrebs hinweisen?

Mögliche Symptome von Lungenkrebs sind anhaltender oder veränderter Husten, Atemnot, blutiger Auswurf, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Brustschmerzen, wiederkehrende Atemwegsinfekte, Fieber und Schluckbeschwerden. Die Beschwerden können einzeln oder gemeinsam auftreten und unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Diese Symptome haben häufig auch andere Ursachen und weisen nicht eindeutig auf Lungenkrebs hin. Neue, anhaltende oder sich verändernde Beschwerden sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden.

Wann sollte ich Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn sie neu auftreten, anhalten, wiederkehren oder sich verändern. Das gilt insbesondere für anhaltenden oder veränderten Husten, Atemnot, blutigen Auswurf, unbeabsichtigten Gewichtsverlust, wiederkehrende Atemwegsinfekte, Fieber oder Schluckbeschwerden.

Bei starker Atemnot, größeren Mengen Blut im Auswurf, starken Brustschmerzen oder einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich. Die konkrete Dringlichkeit hängt von der Art und Stärke der Beschwerden ab.

Kann ein anhaltender oder veränderter Husten auf Lungenkrebs hinweisen?

Ein anhaltender oder deutlich veränderter Husten kann bei Lungenkrebs auftreten, ist jedoch kein eindeutiger Hinweis auf die Erkrankung. Ärztlich abgeklärt werden sollte insbesondere ein Husten, der neu auftritt, über längere Zeit anhält oder sich bei einem bereits bestehenden Husten verändert. Husten kann auch durch Infektionen, chronische Atemwegserkrankungen oder andere Ursachen entstehen. Die Ursache lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung beurteilen. Das gilt unabhängig davon, ob eine Person raucht oder nicht.

Ist blutiger Auswurf immer ein Notfall?

Blutiger Auswurf kann unterschiedliche Ursachen haben und sollte grundsätzlich zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Auch kleine Blutbeimengungen sollten nicht ignoriert werden.

Bei größeren Blutmengen, wiederholtem Bluthusten, Atemnot, starken Brustschmerzen oder einer schnellen Verschlechterung des Allgemeinzustands ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Blutiger Auswurf bedeutet nicht automatisch, dass Lungenkrebs vorliegt, kann aber auf eine behandlungsbedürftige Ursache hinweisen.

Welche Beschwerden können bei fortgeschrittenem Lungenkrebs auftreten?

Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs können neben Beschwerden durch den Lungentumor weitere Symptome auftreten. Welche Beschwerden entstehen, hängt unter anderem davon ab, ob sich die Erkrankung ausgebreitet hat und welche Organe betroffen sind.

Mögliche Beschwerden sind beispielsweise zunehmende Müdigkeit, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Schmerzen, Atemnot oder neurologische Symptome. Solche Beschwerden können auch andere Ursachen haben und lassen keinen sicheren Rückschluss auf ein bestimmtes Krankheitsstadium zu. Neue oder zunehmende Symptome sollten mit dem behandelnden Ärzteteam besprochen werden.

Deutsches Krebsforschungszentrum, Lungenkrebs: Symptome und Früherkennung, Stand: April 2026, URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/frueherkennung.php (zuletzt aufgerufen: September 2026).

Walter FM, et al. Br J Cancer. 2015; 112 (Suppl 1), S6–S13

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 5.1 2026, AWMF-Registernummer: 020-007OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/lungenkarzinom/ (zuletzt aufgerufen September 2026).

Kenhub, Nervus laryngeus recurrens, Stand: Oktober 2023, URL: https://www.kenhub.com/de/library/anatomie/nervus-laryngeus-recurrens (zuletzt aufgerufen: September 2026).

Online-Informationen Very Well Health. https://www.verywellhealth.com/lung-cancer-symptoms-4014389. Zuletzt aufgerufen: September 2026).

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