FAQ

Antworten auf deine Fragen


Fragen und Antworten bei Lungenkrebs

Coronavirus

Alles Wichtige im Experteninterview

In den Videos beantwortet Pneumologe Dr. Claas Wesseler, Oberarzt am Asklepios Klinikum Harburg, die häufigsten Fragen zum Thema Lungenkrebs und Coronavirus.

 

Frage 1

Schutzmaßnahmen bei Lungenkrebs

Frage 2

Risiko für COVID-19

Frage 3

Zielgerichtete Therapien und COVID-19

Frage 4

Immuntherapie, Chemotherapie und COVID-19

Frage 5

Aktuelle Versorgung mit Medikamenten

Frage 6

Impfungen bei Risikogruppen


Was du jetzt wissen solltest

Seit einigen Wochen beherrscht vor allem ein Thema die mediale Berichterstattung: das neuartige SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Seit Dezember 2019 verbreitet sich das Virus, das in der chinesischen Großstadt Wuhan ausgebrochen ist, weltweit. Es wird von Mensch zu Mensch über eine Tröpfcheninfektion übertragen und kann die Lungenkrankheit COVID-19 auslösen. Eine Impfung gegen das Virus gibt es bislang nicht.

SARS-CoV-2 kann die Lungenkrankheit COVID-19 auslösen, die sich vor allem durch Fieber, Erschöpfung, trockenen Husten äußert. In schweren Fällen kann es zu beidseitigen Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen kommen. Bisher wurden jedoch überwiegend milde bis moderate Krankheitsverläufe beobachtet.

Ein höheres Risiko von schwereren Krankheitsverläufen besteht vor allem für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Für diese Gruppen empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine freiwillige Isolation, welche die Vermeidung sozialer Kontakte beinhaltet. Sollte sich eine gänzliche Isolation nicht umsetzen lassen, beispielsweise beim Einkaufen, sollte die Einhaltung eines Abstandes von 1,5 Metern zu anderen Personen beachtet werden.

 

Lungenkrebs und Coronavirus

Natürlich sind vor allem auch Lungenkrebspatienten beunruhigt. Allerdings gibt es bisher keine Berichte über eine erhöhte Erkrankungsrate bei Krebspatienten. Auch gibt es bislang keine Informationen darüber, wie Krebspatienten und insbesondere Lungenkrebspatienten auf das Virus reagieren. Allerdings kann beispielsweise eine Chemo- oder Strahlentherapie das Immunsystem schwächen und den Patienten so anfälliger für Infektionen machen.

Deshalb sollten vor allem Lungenkrebspatienten die empfohlenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beachten. Auch die Verschiebung einer geplanten Therapie ist nach aktuellem Stand nicht nötig. Bei den meisten Patienten überwiegt der Nutzen einer wie geplant durchgeführten Therapie die Gefahr einer möglichen Infektion mit dem Virus. Eine Verschiebung der Therapie kann bei einer chronischen und gut beherrschten Erkrankung erwogen werden.

Die deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) und die Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) der DGHO weisen grundsätzlich darauf hin, dass die Angst vor einer Infektion nicht die Bekämpfung einer Erkrankung wie Krebs beeinträchtigen darf. Darüber hinaus wird Krebspatienten empfohlen, die allgemeinen Hygiene- und Schutzmaßnahmen besonders achtsam umzusetzen.

Generell gilt:

Wende dich bei Fragen an deinen Arzt. Am besten nimmst du hier zuerst telefonisch den Kontakt auf.

 

Risiko minimieren

Es gibt eine ganze Reihe von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, um sich vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. Dazu gehören unter anderem klassische Punkte der allgemeinen Etikette wie z.B. regelmäßiges Händewaschen.

Wir haben die wichtigsten Maßnahmen für dich zusammengestellt:

Corona

Hände waschen

1. Hände waschen

Hände regelmäßig und gründlich mit Seife waschen – mindestens 20 Sekunden einseifen. Desinfektionsmittel allein ist nicht ausreichend.

Richtig husten und niesen

2. Richtig husten und niesen

Huste und niese nicht in die Handflächen, sondern in die Ellenbeuge. Benutze außerdem nur Einwegtaschentücher und wirf sie nach der Benutzung in einen verschließbaren Mülleimer.

Abstand halten

3. Auf Abstand gehen

Halten Sie nach Möglichkeit 1,5 Meter Abstand. Auch Infizierte, die sich noch gesund fühlen, können ansteckend sein.

Menschenmengen meiden

4. Menschenmengen meiden

Meide jegliche Ansammlungen von Menschen

Zu Hause bleiben

5. Zu Hause bleiben

Du solltest so weit es geht zu Hause bleiben und das Haus nur für wichtige und dringende Besorgungen verlassen.

Telefonischer Kontakt

6. Telefonischer Kontakt zum Arzt

Kontaktiere deinen Arzt telefonisch, um das Risiko einer Ansteckung beispielsweise im Wartezimmer gering zu halten.

Aufpassen beim Anfassen

7. Aufpassen beim Anfassen

Viren können an vielen Oberflächen haften. Verzichte nach Möglichkeit darauf, Oberflächen wie Türgriffe – vor allem an Toiletten – und Haltestangen und Bus und Bahn.

Kontaktadressen

Weitere Infos zum Thema Coronavirus und Krebs findest du beim Deutschen Krebsinformationsdienst oder bei der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie.

Telefonische Beratung bekommst du bei deinem Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt.
Das findest du unter https://tools.rki.de/plztool/.

Außerdem ist der kassenärztliche Dienst deutschlandweit rund um die Uhr unter der Rufnummer 116117 erreichbar.

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Die Diagnose Lungenkrebs wirft auch für die Angehörigen und Freunde viele Fragen auf. Wir hoffen, einige im Folgenden beantworten zu können.

Mein Partner hat die Diagnose Lungenkrebs erhalten und spricht seitdem nicht mehr über das Thema Krebs. Wenn ich das Thema Krebs anspreche, zieht er sich zurück. Was kann ich tun?

Jeder verarbeitet die Diagnose Krebs auf seine eigene Weise. Lasse deinem Partner Zeit und biete immer wieder ein Gespräch an, ohne ihn zu drängen. Frag konkret nach, wie du ihn in dieser Situation unterstützen kannst.

Ich habe Angst, dass unsere Beziehung in der Partnerschaft sich durch die Lungenkrebserkrankung negativ verändert. Wie kann ich eine solche Entwicklung verhindern?

Gerade in einer belastenden Situation ist es wichtig, so offen wie möglich miteinander zu sprechen. Der Austausch von aktuellen Gedanken, Gefühlen und Sorgen hilft einander zu verstehen und verleiht ein Zusammengehörigkeitsgefühl nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“. Überleg auch, was eure Beziehung bisher positiv beeinflusst hat, und greif diese Dinge auf.

Seit der Erkrankung hat sich unser Sexualleben verändert. Ich möchte meinen Partner zu nichts drängen, dennoch wünsche ich mir auch in dieser schweren Situation Zärtlichkeiten. Wie kann ich mit der Thematik Krebs und Sexualität umgehen?

Für viele Menschen passt das Bild Krebs und Sexualität nicht zusammen. Dennoch ist Sexualität abhängig vom Krankheitsverlauf und dessen Auswirkungen. Wenn keinerlei medizinische Einwände bestehen und der Betroffene das Bedürfnis nach Sexualität verspürt, kann dem auch nachgegangen werden. Bei einem Krankheitsverlauf mit körperlichen Einschränkungen ist es wahrscheinlich, dass Geschlechtsverkehr als solcher in den Hintergrund tritt und Streicheleinheiten und Zärtlichkeiten einen neuen bzw. höheren Stellenwert erhalten. Auch hier solltet ihr euch offen über Bedürfnisse und Wünsche austauschen.

Viele Menschen sprechen mich an und fragen, ob mein Partner krank sei. Wen sollte man über die Krebserkrankung informieren und wen nicht?

Diese Entscheidung solltest du in Ruhe zusammen mit deinem Partner treffen. Oftmals spricht sich eine solche Nachricht schnell rum. Daher ist zu überlegen, ob von Anfang an mit dem Thema offen umgegangen werden sollte oder nicht. Vertraute Personen einzuweihen kann auch eine seelische Entlastung bewirken. Empfehlenswert ist es, dem Umfeld genau zu beschreiben, wie ihr euch den zukünftigen Umgang wünscht.

Seit der Lungenkrebsdiagnose meines Partners bin ich verletzlicher geworden. Ich weine und manchmal wächst mir alles über den Kopf. Dann werde ich wütend und ausfallend. Ich bin dann sehr erschrocken und schäme mich dafür. Sollte ich mir Sorgen machen?

Du befindest dich gerade in einer chronischen Belastungssituation. Dies bedeutet, dass du unter Dauerstress stehst. Eine höhere Verletzlichkeit, Weinen, Unsicherheit oder Traurigkeit, aber auch Wut und Aggression sind Signale oder Auswirkungen von Dauerstress. Deine Seele versucht, sich an diese Situation anzupassen. Daher achte auf dich und lege Pausen ein, in denen du dich erholen kannst. Solltest du das Gefühl haben, professionelle Unterstützung zu benötigen, dann nimm Kontakt mit einem Psychologen oder Seelsorger auf. Manchmal ist es aber auch schon entlastend und hilfreich, mit einer vertrauten Person über die Probleme und Belastungen zu sprechen.

Mein Partner hat Angst vor einem anstehenden Krankenhausaufenthalt. Wie kann ich ihn unterstützen, die Zeit im Krankenhaus so gut wie möglich zu überstehen?

Krankenhäuser lösen bei vielen Menschen ein Gefühl des Unbehagens aus. Meist liegt es an der Anonymität und der ungewohnten, sterilen Umgebung. In manchen Krankenhäusern ist es erlaubt, während der Chemotherapie eigene Bettwäsche von zu Hause zu benutzen. Dies schafft ein Gefühl der Vertrautheit. Auch das Aufstellen von Bildern oder Fotos der Familie kann eine behagliche Atmosphäre schaffen. Einen großen Stellenwert haben natürlich Besuche von der Familie, Freunden und Bekannten. Nach Möglichkeit können Absprachen getroffen werden, wer an welchem Tag einen Besuch abstattet. Dies sollte jedoch immer vom Betroffenen entschieden werden.