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Vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arzt und Patient

Lebensbedrohliche Erkrankungen wie Lungenkrebs können am besten behandelt werden, wenn sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient entwickelt. Es gilt ja nicht nur, den nächsten Behandlungsschritt festzulegen. Vielmehr haben die Betroffenen das Bedürfnis, neben den körperlichen Symptomen auch Fragen nach den Behandlungsaussichten, persönliche Ängste, Sorgen um Angehörige und unter Umständen soziale oder finanzielle Unsicherheiten mit ihrem Arzt zu besprechen. Für die umfassende Behandlung von Lungenkrebs müssen all diese Aspekte der Erkrankung berücksichtigt werden.

Zusammenarbeit von Experten

Ein einzelner Arzt kann diesen Anforderungen nicht in ausreichendem Maße gerecht werden und dazu noch Experte für Lungenerkrankungen (Pneumologe), für Krebserkrankungen (Onkologe), für Chirurgie, für die Beurteilung von Gewebeproben (Pathologe), für bildgebende Untersuchungsverfahren (Radiologe) und für Strahlentherapie sein. Die Behandlung von Lungenkrebs ist daher Teamarbeit. Im Zentrum stehen der Patient und der Arzt seines Vertrauens, der die Zusammenarbeit mit den verschiedenen medizinischen Fachrichtungen und gegebenenfalls Psychologen, Krankengymnasten (Physiotherapeuten) sowie Sozial- und Pflegediensten koordiniert. Dabei ist es zunächst von geringerer Bedeutung, ob es sich bei dem Vertrauensarzt um einen Hausarzt, einen Lungenfacharzt oder einen Experten einer anderen Fachrichtung handelt. Wichtig ist jedoch, dass der Arzt über ausreichende Erfahrung mit der Behandlung von Lungenkrebs verfügt und auf ein Team ausgewiesener Spezialisten zugreifen kann. In der Regel wird deshalb zumeist ein Lungen- oder Krebsspezialist der Hauptansprechpartner des Patienten sein.

Wie finde ich einen Lungenkrebsspezialisten?

Für die Suche nach einem Lungenkrebsspezialisten stehen Ihnen verschiedene Ansprechpartner zur Verfügung. Die erste Adresse ist Ihr Hausarzt, der Sie zu einem Experten in der Nähe Ihres Wohnorts überweisen kann. Ebenso können Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden. Sie kann Ihnen Ärzte und Kliniken nennen, die sich auf die Behandlung von Lungenkrebs spezialisiert haben.

Bei Ihrer Suche nach spezialisierten Ärzten und Kliniken in Ihrer Nähe könnten diese Webseiten interessant und hilfreich sein:

Eine zweite Meinung einholen

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Lungenerkrankung wird Ihr Hausarzt Sie im Normalfall an einen Lungenspezialisten überweisen, der die weitere Diagnose übernimmt. In der Regel wird auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse in einem Tumorboard, auch Tumorkonferenz genannt, an der Vertreter aller beteiligten Fachrichtungen teilnehmen, eine auf den Patienten abgestimmte Behandlung empfohlen. Vor Beginn der Behandlung besprechen Arzt und Patient ausführlich die einzelnen Behandlungsschritte, damit der Patient sich gut informiert entscheiden kann. Nicht jeder Arzt und jeder Patient passen jedoch optimal zueinander. Zusätzlich kann der Fall eintreten, dass die Beurteilung der Erkrankung nicht eindeutig ist oder unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Falls Sie sich unsicher in der Entscheidung sind, haben sie die Möglichkeit, einen zweiten Experten bzw. eine zweites Tumorboard nach seiner Meinung zu fragen. Gerade bei schwerwiegenden und schwer zu beurteilenden Erkrankungen ist ein solches Vorgehen üblich und mittlerweile auch ein Patientenrecht. Bei dem Einholen einer Zweitmeinung unterstützen in der Regel die Krankenkassen, die auch die Kosten übernehmen, oder die Krebsberatungsstellen der Deutschen Krebsgesellschaft. Sie haben aber auch im Internet die Möglichkeit sich eine Zweitmeinung einzuholen, z.B. auf der Seite Zweitmeinung Krebs, welche gemeinsam mit der Felix-Burda-Stiftung ins Leben gerufen wurde.

Lungenkrebszentren

Ob Ärzte und Kliniken die hohen Anforderungen in verschiedenen medizinischen Fachgebieten erfüllen, die für die bestmögliche Behandlung von Lungenkrebs erforderlich sind, kann von Patienten und niedergelassenen Ärzten derzeit kaum beurteilt werden. Um die optimale Behandlung von Lungenkrebspatienten sicherzustellen, zertifizieren die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) und die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) seit dem Jahr 2008 ausgewiesene Kliniken als Lungenkrebszentren. Über die Krankenhaussuche der Weißen Liste können Sie auch gezielt nach zertifizierten Lungenkrebszentren suchen.

Quellen: