Christian Züricher, 70, Schriftsteller:
"Manche Dinge fallen leichter, wenn man einen Vertrauten an seiner Seite hat."

Nachsorge bei Lungenkrebs

Was kommt nach der Therapie

Lungenkrebs Check ListeNach Abschluss der Krebsbehandlung wird Lungenkrebspatienten empfohlen, regelmäßig an Nachsorge-untersuchungen teilzunehmen. Mit deren Hilfe können Krankheitsrückfälle und Begleiterkrankungen erkannt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.



Wie bei anderen Krebserkrankungen auch spielt die Nachsorge bei Lungenkrebs eine wichtige Rolle. Den Betroffenen wird empfohlen, nach Abschluss der Behandlung die regelmäßigen Termine für Nachsorgekontrollen unbedingt wahrzunehmen. Sie dienen in erster Linie dazu, ein Wiederauftreten des Tumors in der Lunge (Rezidiv) oder Begleit- und Folgeerkrankungen der Therapie rechtzeitig zu erkennen. In diesen Fällen kann umgehend mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden. Ist der Krebs – auch wenn es sich um eine wiederholte Tumorbildung, also ein Rezidiv handelt – noch auf die Lunge begrenzt, ist mit einer rasch eingeleiteten adäquaten Therapie prinzipiell eine Heilung möglich.

Für die Zeit nach der Behandlung sollte ein strukturierter Nachsorgeplan vereinbart werden. Dieser umfasst zum einen die medizinischen Untersuchungen. Zum anderen sollte er auch berücksichtigen, dass eine Lungenkrebs-Erkrankung auch eine große psychische und soziale Belastung darstellen kann. Teil der Nachsorge ist es, Patienten und Angehörigen bei Bedarf auf die Möglichkeiten der psychoonkologischen Hilfe und Sozialbetreuung hinzuweisen.

Wer führt die Nachsorge durch?

Die Nachsorgekontrollen werden in der Regel ambulant von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Besonders geeignet sind sogenannte Schwerpunktpraxen, die über Erfahrung bei der Betreuung von Lungenkrebspatienten verfügen. Zwischen dem niedergelassenen Facharzt, der die Nachsorge übernimmt, dem Hausarzt und den Fachärzten in der Klinik, in der die Krebstherapie durchgeführt wurde, sollte ein regelmäßiger Informationsaustausch stattfinden. Nur so ist eine optimale Versorgung gewährleistet.

Wie oft sind Nachsorgekontrollen nötig?

Für die Nachsorgeuntersuchungen bei Lungenkrebs gibt es einen festen Zeitplan. Die erste Kontrolle erfolgt vier bis sechs Wochen, nachdem die Abschlussuntersuchungen am Ende der Therapie durchgeführt worden sind. Bei dieser ersten Kontrolle geht es vor allem darum, Folgeerkrankungen der Behandlung zu erkennen. Die zweite Kontrolle wird nach weiteren sechs Wochen durchgeführt. Anschließend erfolgen die Nachsorgeuntersuchungen bis zum Ablauf des zweiten Jahres im Abstand von jeweils drei Monaten, danach weitere drei Jahre lang in Abständen von sechs Monaten. Ab dem sechsten Jahr wird empfohlen, eine Untersuchung pro Jahr durchführen zu lassen. Wird bei den Kontrollen ein erneutes Auftreten des Tumors entdeckt, werden weitere Arzttermine und entsprechende Behandlungspläne individuell festgelegt.

Kontrolltermine Übersicht:

 

  • 4 - 6 Wochen nach Therapieende: Erstkontrolle
  • weitere 6 Wochen später: Zweitkontrolle
  • ab dem 3. Monat bis Ende des 2. Jahres: regelmäßige Kontrollen alle drei Monate
  • 3.-5. Jahr: regelmäßige Kontrollen alle sechs Monate
  • ab dem 6. Jahr: eine Kontrolle pro Jahr

 

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Da es bei der Nachsorge von Lungenkrebs in erster Linie darum geht, Tumorneubildungen in der Lunge zu erkennen, beschränken sich die Kontrollen in aller Regel auf folgende Untersuchungen:

  • Erfassung der aktuellen Krankengeschichte (aktuelle Beschwerden)
  • Körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchungen
  • Röntgenuntersuchung der Lunge
  • Untersuchungen zur Lungenfunktion

Bei operierten Patienten wird zudem zumeist in gewissen Abständen eine Computertomographie (CT) der Lunge und eine Bronchoskopie (Spiegelung der Bronchien) durchgeführt: Im ersten Jahr nach sechs Monaten, anschließend bis zum fünften Jahr in jährlichen Intervallen.
Wird bei den Kontrollen ein auffälliger Befund festgestellt, schließen sich weitere Untersuchungen an.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: 

Quellen:
Goeckenjan G et al.: Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Krebsgesellschaft. Pneumologie 2010, 64(Suppl 2):e1-e164

Autor:
Kathrin Sommer

Quelle: http://www.lungenkrebs.de