Christian Züricher, 70, Schriftsteller:
"Manche Dinge fallen leichter, wenn man einen Vertrauten an seiner Seite hat."

Kleinzelliger Lungenkrebs

Chemotherapie im Zentrum der Behandlung

Kleinzelliger Lungenkrebs Steht die Diagnose kleinzelliger Lungenkrebs fest, sollte unverzüglich eine Behandlung eingeleitet werden. Die bösartig veränderten Zellen bei kleinzelligem Lungenkrebs wachsen und vermehren sich in der Regel sehr schnell. Sie reagieren deshalb gut auf eine Chemotherapie, sodass diese die wichtigste Behandlungsoption bei der Erkrankung darstellt.

Je nachdem, in welchem Stadium der kleinzellige Lungenkrebs vorliegt, können zusätzliche Therapien eingesetzt werden. Im begrenzten Stadium (limited disease), wenn das Tumorgewebe auf einen Lungenflügel beschränkt ist, können zusätzliche Verfahren wie eine Operation oder Bestrahlung zum Einsatz kommen. Jede Ausbreitung über den ursprünglich erkrankten Lungenflügel hinaus gilt als erweitertes Stadium (extended disease). Hier ist die Chemotherapie die Therapie der Wahl. Ergänzende Verfahren wie die Strahlentherapie kommen nur in Betracht, um Beschwerden zu lindern, die durch Tochtergeschwülste des Tumors, sogenannte Metastasen, ausgelöst werden.

Begrenztes Stadium (limited disease)

Eine Operation kommt bei sehr kleinen Tumoren, die sich noch nicht in andere Organe ausgebreitet haben, infrage. Daran schließt sich eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie an, die sicherstellen soll, dass im Körper verbliebene Tumorzellen beseitigt werden. Sind Lymphknoten befallen oder bleibt auch nach Operation Tumorgewebe zurück, empfiehlt man eine Bestrahlung der erkrankten Lunge. In manchen Fällen, wenn es der Zustand des Patienten zulässt, wird darüber hinaus vorbeugend das Gehirn bestrahlt. So versuchen die Mediziner, eine Absiedlung von Tochtergeschwülsten im Gehirn zu verhindern.

Auch eine der Operation vorausgehende (neoadjuvante) Chemotherapie ist möglich. An die Operation schließt sich in diesem Fall eine unterstützende Bestrahlung an. Eine neue Vorgehensweise ist zudem die gleichzeitige Durchführung einer bestimmten Form der Chemotherapie und einer Bestrahlung.

Kommt eine Operation nicht in Betracht, lehnt der Patient eine Operation ab oder ist die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten (größere Tumoren, Befall mehrerer Lymphknoten) erfolgt unmittelbar nach der Diagnose eine Chemotherapie mit anschließender Bestrahlung.

Grundsätzlich umfasst die Chemotherapie bei kleinzelligem Lungenkrebs in der Regel vier bis sechs Therapiezyklen. Eine Kombination verschiedener Wirkstoffe gilt heute als Standard, weil sich so offenbar die besten Ergebnisse erzielen lassen.

Erweitertes Stadium (extended disease)

Im erweiterten Stadium, wenn sich der Tumor bereits über einen Lungenflügel hinaus ausgebreitet hat, erfolgt in der Regel eine Chemotherapie mit vier bis sechs Zyklen und einer Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen. Dadurch können die Überlebenszeit verlängert, bestehende Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert werden.

Bei Metastasen, insbesondere in den Knochen oder im Gehirn, ist die Strahlentherapie eine Option. Bei besonderen Beschwerden infolge von Metastasen sind prinzipiell auch operative Eingriffe möglich.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Quelle:
Goeckenjan G et al.: Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Krebsgesellschaft. Pneumologie 2010, 64(Suppl 2):e1-e164

Autor:
Kathrin Sommer

Bildnachweis:
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Quelle: http://www.lungenkrebs.de