Christian Züricher, 70, Schriftsteller:
"Manche Dinge fallen leichter, wenn man einen Vertrauten an seiner Seite hat."

Prognose bei Lungenkrebs

Wie sind die Heilungschancen?

Lungenkrebs Heilungschancen PrognoseLungenkrebs ist eine sehr schwere Erkrankung. Wie gut die Heilungschancen im Einzelfall sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab.






Lungenkrebs ist eine sehr ernste Erkrankung, die auch heute noch, trotz umfangreicher Forschungsbemühungen und der Suche nach neuen Therapien nur schwer behandelt werden kann. Vor allem im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich der Krebs bereits in beide Lungenflügel oder andere Organe ausgebreitet hat, ist eine Heilung in aller Regel nicht mehr möglich. Dennoch sollten sich Betroffene nicht durch statistische Zahlen entmutigen oder gar von einer Therapie abbringen lassen. Bei solchen Angaben handelt es sich lediglich um Durchschnittswerte, die keine Aussage darüber zulassen, wie lange ein einzelner Patient tatsächlich mit der Erkrankung Lungenkrebs leben wird.

Geben Sie deshalb nicht auf, gegen Ihren Lungenkrebs zu kämpfen, selbst wenn die Behandlungsaussichten zunächst ungünstig scheinen. Niemand kann den Verlauf Ihrer persönlichen Erkrankung mit Gewissheit vorhersagen, und in jedem Krankheitsstadium gibt es Überlebende.

Wie wird die Prognose einer Krebserkrankung bestimmt?

Lungenkrebs ErfolgsaussichtenUm die Verlaufsaussichten (Prognose) von Krebserkrankungen zu untersuchen, wird im Allgemeinen die durchschnittliche krankheits- bzw. rückfallfreie Überlebenszeit gemessen. Damit verschiedene Erkrankungen bzw. wissenschaftliche Studien miteinander verglichen werden können, ist es üblich, die mittleren Überlebensraten nach bestimmten Zeitspannen (z.B. 1, 5 und 10 Jahre) zu erfassen. Die Daten geben Auskunft darüber, wie viele an einer bestimmten Krebsart erkrankte Patienten nach der jeweiligen Zeitspanne noch leben. Aussagen über den individuellen Krankheitsverlauf erlauben sie nicht.

Das Tumorstadium beeinflusst die Prognose entscheidend

Die Heilungschancen bei Lungenkrebs hängen in erster Linie davon ab, in welchem Stadium der Erkrankung der Krebs entdeckt und erstmalig behandelt wird. Da kleinzelliger Lungenkrebs oftmals sehr schnell wächst und sich rasch über die Lunge hinaus ausbreitet, ist die Prognose bei dieser Erkrankung insgesamt schlechter als bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Prognose bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Prinzipiell ist eine Heilung nur möglich, wenn das Tumorgewebe vollständig aus dem Körper entfernt werden kann. Am besten gelingt das durch die Operation, wobei der Tumor möglichst noch nicht in Lymphknoten gestreut haben sollte. Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium I haben deshalb die besten Heilungschancen. Etwa die Hälfte bis drei Fünftel von ihnen sind fünf Jahre nach der Diagnosestellung noch am Leben.

In örtlich fortgeschritteneren Stadien, wenn der Krebs noch auf einen Lungenflügel begrenzt ist (Stadium II und IIIa), kann die Erkrankung durch zusätzlich zur Operation durchgeführte Chemo- und Strahlentherapie oft über längere Zeit aufgehalten werden. Dennoch erreichen nur etwa ein Drittel bis zwei Fünftel der Betroffenen im Stadium II und etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Betroffenen im Stadium IIIa das fünfte Jahr nach Diagnosestellung.

Sehr ungünstig sind die Überlebensaussichten (Prognose), wenn sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in den zweiten Lungenflügel oder andere Organe ausgebreitet hat (Stadien IIIb und IV). Viele der Betroffenen überleben das erste Jahr nach Diagnosestellung nicht. Durch moderne zielgerichtete Therapien in Kombination mit Chemotherapie kann der Krankheitsverlauf allerdings mittlerweile oft deutlich hinausgezögert werden. Zusätzlich kann die Behandlung den Betroffenen einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität bringen, da sie Krankheitsbeschwerden mildert.Trotz zunächst vollständiger Entfernung des Tumors oder seiner kompletten Rückbildung durch die Therapie kommt es im späteren Verlauf von Lungenkrebs häufig zu einem Rückfall (Rezidiv). Wenn es sich dabei um einen kleinen Tumor handelt, der noch nicht gestreut hat, ist auch in diesem Fall eine Heilung durch die Behandlung möglich.

Prognose bei kleinzelligem Lungenkrebs

Kleinzelliger Lungenkrebs wächst oftmals sehr schnell und breitet sich frühzeitig in andere Organe aus. Aus diesem Grund ist die Krankheit häufig schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung weit fortgeschritten. Nur bei knapp einem Drittel der Patienten wird kleinzelliger Lungenkrebs im begrenzten Stadium („limited disease“) festgestellt.

Auch beim kleinzelligen Lungenkrebs gilt: Kann das Tumorgewebe durch eine Operation vollständig entfernt werden - was in der Regel ausschließlich im Frühstadium der Erkrankung gelingt, wenn noch keine Lymphknoten befallen sind - ist eine Heilung möglich. In diesem Stadium werden Fünf-Jahresüberlebensraten von mehr als zwei Drittel der Betroffenen erreicht.

In fortgeschritteneren Fällen des begrenzten Stadiums, wenn der Tumor zwar auf einen Lungenflügel beschränkt ist, aber bereits Lymphknoten befallen hat, verschlechtern sich die Heilungschancen deutlich. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen gelingt es, durch die Therapie den Krankheitsverlauf so aufzuhalten, dass sie als rückfallfreie Langzeitüberlebende eingestuft werden.

Im erweiterten Stadium ist kaum noch eine Heilung zu erwarten. Allerdings können durch die Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie der Krankheitsverlauf verzögert und tumorbedingte Beschwerden gelindert werden, sodass sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessert. Nur wenige der Patienten in diesem Stadium überleben länger als zwei bis drei Jahre.

Ein Prognosefaktor, den Sie als Betroffener beeinflussen können: Das Rauchen

Lungenkrebs Erfolgsaussichten PrognoseDas Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose und des Behandlungsbeginns haben zweifellos großen Einfluss auf die Prognose von Lungenkrebs. Doch nicht sie allein bestimmen den Krankheitsverlauf. Ein weiterer wichtiger Faktor, den die Betroffenen zudem selbst beeinflussen können, ist das Rauchen. So stellte beispielsweise eine vergleichende Untersuchung fest, dass weiterhin rauchende Lungenkrebspatienten – unabhängig davon, ob sie an nicht-kleinzelligem oder kleinzelligem Lungenkrebs leiden - im Durchschnitt geringere Überlebenszeiten aufweisen als Patienten, die niemals geraucht oder die das Rauchen aufgegeben haben. Frauen mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs haben mit zunehmender Abstinenz vom Rauchen ein geringeres Sterberisiko an der Erkrankung. Wissenschaftler schließen aus solchen Befunden, dass Rauchen das Überleben bei Lungenkrebs unmittelbar beeinflusst.

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Quellen:
Goeckenjan G et al.: Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Krebsgesellschaft. Pneumologie 2010, 64(Suppl 2):e1-e164

Molina JR et al.: Non-small cell lung cancer: epidemiology, risk factors, treatment, and survivorship. Mayo Clin Proc 2008; 83(5):584-594

Autor:
Kathrin Sommer

Bildnachweis:
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Quelle: http://www.lungenkrebs.de