Studien & Forschung
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Studien & Forschung

In den vergangenen 15 Jahren gab es bedeutende Fortschritte im Kampf gegen Krebs. Das immer tiefere Verständnis der Tumorbiologie hat zu einer deutlich besseren Diagnostik und zu einer Reihe von neuen Krebsmedikamenten geführt. Heutzutage ist nicht mehr der Ursprungsort des Tumors alleine entscheidend für die Wahl der Therapie, sondern auch die biologischen Eigenschaften des Tumors. So weiß man, dass Tumorzellen mit bestimmten genetischen Veränderungenmit speziellen, zielgerichteten Medikamenten behandelt werden können.
Ein Beispiel ist die Forschung zum Lungenkrebs, die zur Entwicklung neuer Medikamente mit gezielten Wirkmechanismen wie den Tyrosinkinase-Inhibitoren führte. Diese können bei Patienten, deren Tumore diese Veränderung ausweisen, eingesetzt werden. Voraussetzung ist ein Test, mit dem diese Mutationen nachgewiesen werden. Dieses auch „personalisierte Medizin“ genannte Konzept besteht immer aus der Kombination von einem Medikament und einem begleitenden diagnostischen Test. Wer sich für die Forschung von Lungenkrebs tiefer interessiert, erhält auf der Seite des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und besonders auf der Seite der Kölner Lung Cancer Group weitere Informationen.

Der lange Weg zum Medikament

Bevor ein Medikament beim Menschen eingesetzt werden kann, hat es einen langen Weg hinter sich, der durchschnittlich zwölf Jahre dauert. Nur eine Substanz von untersuchten 5.000 – 10.000 Substanzen wird auch als Medikament zugelassen. Der Ausgangspunkt ist meist eine Idee, welche Erkrankung wirksamer oder verträglicher als bisher behandelt werden kann. Sind bestimmte Angriffspunkte im Krankheitsgeschehen erkannt, können viele Substanzen mit Hilfe von Hochleistungscomputern und Analyserobotern getestet werden, ob sie auf diesen Angriffspunkt einwirken können.

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Hat die Substanz die vielen Tests im Labor (Präklinik) positiv abgeschlossen, beginnen die klinischen Studien. Zunächst wird sie an wenigen zumeist gesunden Menschen untersucht (Phase I), um zu bestätigen, dass die Substanz auch wirklich sicher ist. In der Krebsmedizin ist es hierzu etwas unterschiedlicher, sind die Teilnehmer in der Regel doch Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung, für die es keine anderen Therapiemöglichkeiten mehr gibt. Die Studie kann jederzeit abgebrochen werden, sollte sich herausstellen, dass die Substanz ein erhöhtes Schadenspotential aufweist.

Ist die Phase I erfolgreich verlaufen, folgt eine umfangreichere Erprobung mit Erkrankten, für die das Medikament gedacht ist – zunächst mit wenigen Kranken (Phase II) und anschließend mit vielen Kranken (Phase III). In diesen beiden Phasen werden Daten zur optimalen Dosierung, zur Wirksamkeit und zu den Nebenwirkungen gesammelt und ausgewertet. Hat das Medikament einen Vorteil für diese Patienten, kann es zugelassen werden.

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Klinische Studien

Die Durchführung einer klinischen Studie ist im Arzneimittelgesetz geregelt. Bevor eine Studie beginnen kann, muss sie erst von nationalen Behörden und Ethikkommissionen genehmigt werden. Jeder an einer Studie interessierte Patient wird umfassend aufgeklärt, sowohl über den erwarteten Nutzen als auch über mögliche Risiken. Das Einverständnis zur Teilnahme kann jederzeit zurückgezogen werden. Für Krebspatienten kann es vorteilhaft sein, an einer Studie teilzunehmen. Sie können auf diese Weise frühzeitig vielversprechende neue Entwicklungen, die ihnen möglicherweise helfen, auch vor der Zulassung erhalten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Ein- und Ausschlusskriterien auf den jeweiligen Patienten passen. Zudem werden Patienten in klinischen Studien besonders engmaschig untersucht und überwacht.

Mehr zur Teilnahme an klinischen Studien erfahren Sie auf der Seite vom Wirtschaftsverband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) in Deutschland.

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Quellen: