Rat & Rechtliches
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Rat & Rechtliches

Lungenkrebs tritt meist ab dem 40. Lebensjahr auf, das mittlere Alter liegt bei 69 Jahren. Wie die Erkrankung verläuft und ob der Krebskranke berufstätig oder im Rentenalter ist – je nach Lebenssituation gibt es unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten. Bereits im Krankenhaus oder in der „Reha“ können Sie sich von den Sozialdiensten zu den Sozialleistungen und Unterstützungsangeboten für Krebskranke beraten und helfen lassen. Nachfolgend sind noch einmal wichtige rechtliche Belange aufgeführt, die für Sie wichtig sein könnten.
Eine zusätzlich gute Quelle für Informationen um das Sozialrecht ist die Seite des Augsburger Beta-Instituts.

Lungenkrebs und Beruf

Wiedereinstieg

Der Wiedereinstieg in den Beruf kann gelingen, wenn der Gesundungsprozess vorangeschritten und die Motivation zum Weiterarbeiten vorhanden ist. Möchten Sie an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, ist eine stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell) möglich. Damit sollen sich Beschäftigte unter ärztlicher Aufsicht wieder an die volle Arbeitsbelastung gewöhnen. Finanziert wird diese Wiedereingliederung von der Krankenkasse.

Kündigung

Eine Kündigung wegen langer Fehlzeiten oder mangelnder Belastbarkeit aufgrund der Erkrankung kann laut gesetzlicher Bestimmungen nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen. Besteht eine negative Gesundheitsprognose, eine Beeinträchtigung der betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers und eine Interessensabwägung zusammen, kann eine Kündigung ausgesprochen werden. Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben, können Sie innerhalb von drei Wochen Widerspruch einlegen, am besten mit der Hilfe eines Anwalts.

Neuer Beruf

Ist eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz aufgrund von Einschränkungen nicht möglich, können Sie berufliche Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch nehmen, die Sie bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Diese sogenannten „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ umfassen unter anderem Aus- und Weiterbildungsangebote, Zuschüsse zu den Fahrtkosten, zu Umbauten in der Wohnung oder dem Fahrzeug, die unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden können.

Schwerbehindertenausweis

Sie können bei den Versorgungsämtern einen Schwerbehindertenausweis beantragen, beantragen, mit dem Sie je nach Einschränkung bei Anerkennung unter anderem mehr Urlaub, einen besseren Kündigungsschutz und steuerliche Vergünstigen erhalten. Der Ausweis gilt zunächst für fünf Jahre.

Lungenkrebs und Rente

Wenn die Krebserkrankung vor dem Renteneintrittsalter diagnostiziert wurde und Sie nicht mehr weiter arbeiten können, gibt es je nachdem, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, Rentenarten und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung. Zunächst gilt jedoch der Grundsatz „Reha vor Rente“. Sind medizinische oder berufliche Rehabilitationsmaßnahmen nicht möglich oder erfolgreich, kann ab einem Schwerbehindertengrad von 50 Prozent eine Altersrente für Schwerbehinderte beantragt werden. Können Sie nicht mehr oder nur stundenweise arbeiten, ist eine Erwerbsminderungsrente möglich.

Patientenverfügung

Wenn Sie vorsorgen und bestimmen möchten, in welchen Situationen Sie bestimmten medizinischen Maßnahmen zustimmen oder sie ablehnen, ist eine Patientenverfügung nötig. Die Patientenverfügung ist bestimmt für Situationen, in denen Sie entscheidungsunfähig sind und ihren eigenen Willen nicht mehr äußern können. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz stellt auf seiner Internetseite Informationen und Vordrucke mit passenden Formulierungen als Textbausteine für unterschiedliche Situationen bzw. Wünsche zur Verfügung. Die Patientenverfügung muss nicht beglaubigt, aber unbedingt eigenhändig unterschrieben werden. Sie können sich auch beraten lassen, z.B. bei Ihrem Hausarzt, denn ärztliche Maßnahmen zu verstehen oder zu beschreiben ist für Laien manchmal schwierig. Wir empfehlen Ihnen zum Thema Patientenverfügung hierzu auch zusätzlich die Seiten des beta-Institutes.

Vorsorgevollmacht

Auch wenn Ihr Wille in der Patientenverfügung festgehalten ist, kann es besser sein, wenn jemand darauf achtet, dass dieser auch eingehalten wird. Das können Sie mit einer Vorsorgevollmacht regeln und eine Vertrauensperson - Ihren Ehe- oder Lebenspartner, einen Familienangehörigen oder eine gute Freundin/einen guten Freund – als Bevollmächtigten benennen. In der Vorsorgevollmacht können Sie die Angelegenheiten ankreuzen, für die Sie dem Bevollmächtigten die Vollmacht übergeben möchten, z.B. Gesundheitssorge/Pflegebedürftigkeit, Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten, Vermögensvorsorge und vieles mehr. Einen Vordruck finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV).

Testament

Auch das Erben ist ein Tabuthema, über das zu Lebzeiten meist nicht gesprochen wird. Gibt es kein Testament, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft, nach der zunächst der Ehe- oder Lebenspartner und die Kinder erben. Gibt es keine Partner und Nachkommen, erben die Eltern, Geschwister, Neffen und Nichten Wenn das nicht Ihren Wünschen entspricht, ist ein Testament sinnvoll. Informationen über den Sinn eines Testamentes, die gesetzliche Erbfolge und das Verfassen eines Testamentes finden Sie unter anderem auf der Internetseite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV).

Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auch durch unsere Sozialberatungs-Videos hier oder in der betaListe Onkologie.

 

Quellen: