Testung des Lungenkrebses

Wichtig vor der Therapie


Teste deinen Lungenkrebs

In den letzten Jahren hat sich in der Therapie des Lungenkrebses viel getan. Vor allem beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) gab es enorme Fortschritte. Ermöglicht haben das molekularbiologische Verfahren, die genetische Veränderungen (Mutationen) in der Tumorzelle erkennen können.

Manche dieser Veränderungen sind an der Entstehung von Krebs beteiligt oder sogar dafür verantwortlich – man spricht von „Treibermutationen“. Es konnten Medikamente entwickelt werden, die zielgerichtet Tumorzellen mit bestimmten Treibermutationen angreifen und so dem krebsfördernden Gendefekt entgegenwirken. Mit den genetischen Untersuchungen des Tumors kann somit die bestmögliche, zielgerichtete Therapie gefunden werden.

Mittlerweile ist es neben der Untersuchung am Tumorgewebe auch möglich, therapiebestimmende Biomarker anhand im Blut zirkulierender Tumor-DNA zu bestimmen. Man spricht bei der Blutprobe in diesem Zusammenhang von einer "Flüssigbiopsie" oder "Liquid Biopsy". Dieser Bluttest ist insbesondere für Patienten bedeutsam, bei denen keine geeignete Tumorgewebeprobe entnommen werden kann.

Es gibt vier Arten genetischer Veränderungen beim NSCLC, die jeweils ein unkontrolliertes Tumorwachstum auslösen und für die bereits zielgerichtete Medikamente zugelassen sind. Dabei handelt es sich um Genstrukturveränderungen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), des ALK- oder des ROS1-Gens (z.B. Verschmelzung oder „Fusion“ zweier Gene) sowie sogenannte BRAF-Mutationen. Neben molekulargenetischen Veränderungen können auch Eigenschaften, die der Tumor nutzt, um sich der körpereigenen Abwehr zu entziehen, als Biomarker dienen. So ist der sogenannte PD-L1-Test in manchen Fällen wichtig für die Entscheidung, ob eine Immuntherapie angewendet werden kann, die die körpereigene Abwehr gegen den Krebs wieder aktiviert.

Bei Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im fortgeschrittenen Stadium sollte vor Beginn einer Therapie ein EGFR-Mutationstest durchgeführt werden. Mutationen im Gen für den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (englisch: epidermal growth factor receptor, EGFR ) führen unabhängig von der Steuerung durch Wachstumsfaktoren zu einem unkontrollierten Wachstum des Tumors.

Diese Mutationen findet man häufiger bei Frauen, Nie-Rauchern und Patienten mit einem Adenokarzinom im Stadium IV. Eine EGFR-Mutation kommt bei 10 bis 15 Prozent aller NSCLC-Patienten vor.

Diese Lungenkrebsmutation wird in einem Speziallabor an Gewebeproben des Tumors untersucht. Bei Nachweis einer EGFR-Mutation (EGFR-mutationspositiver Patient) können zielgerichtete Medikamente, sogenannte EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (EGFR-TKI), eingesetzt werden, die in die Tumorzelle eindringen, den unkontrollierte Signale aussendenden EGFR-Rezeptoren von innen ausschalten und so das Tumorwachstum hemmen.

Wenn eine erste zielgerichtete TKI-Therapie nicht mehr wirkt und eine weitere zielgerichtete Therapie erwogen wird, ist eine zusätzliche EGFR-Mutationsanalyse aus Blut sinnvoll. Das Testergebnis liegt ca. 2 Wochen nach dem Einsenden der Tumor- oder Blutproben dem behandelnden Arzt vor.

Die zielgerichtete Therapie mit EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (EGFR-TKI) ist ein großer Fortschritt in der Behandlung von NSCLC-Patienten, bei denen eine genetischen Veränderung des EGFR (epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors, englisch: epidermal growth factor receptor) für das Tumorwachstum verantwortlich ist.

Diese Mutation kann anhand von Tumorproben oder alternativ einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Liegt die T790M-Mutation vor, gibt es die Möglichkeit, statt der Chemotherapie nochmals eine zielgerichtete Therapie mit einem TKI der dritten Generation zu beginnen.

Bei Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) kann es in den Tumorzellen z.B. zu einer Verschmelzung (Fusion) von zwei Genen kommen. Das Gen für das Enzym ALK (anaplastische Lymphomkinase) fusioniert mit dem Gen EML4 (echinoderm microtubule-associated protein-like 4).

Diese EML4-ALK-Fusion lässt die Tumorzellen ungezügelt wachsen und kommt bei 3 bis 5 Prozent der NSCLC-Patienten vor. Insbesondere Nie-Raucher, Frauen und ältere Menschen haben einen Lungentumor mit dieser genetischen Veränderung.

Krebszellen sind in der Lage, sich dem körpereigenen Abwehrsystem zu entziehen. Sie können bestimmte Proteine vermehrt produzieren, die diese Abwehrreaktionen stoppen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Protein PD-L1 (programmed death ligand 1). Es ist ein Teil eines komplexen Systems zur Ausbalancierung der Immunantwort und einer dabei entscheidenden Differenzierung zwischen „körpereigen“ und „körperfremd“. PD-L1 ist dabei ein Protein, welches Immunreaktionen unterdrückt.

Auch beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom kann ein vermehrtes Vorhandensein von PD-L1 dazu führen, dass das körpereigene Immunsystem die Krebszellen nicht mehr als „körperfremd“ bzw. als Bedrohung erkennt und somit nicht bekämpft.

In Speziallabors kann in Tumorgewebeproben untersucht werden, ob PD -L1 vermehrt auf den Tumor- oder auch Immunzellen gebildet wird. Neue Medikamente machen sich diesen Mechanismus zunutze und können bei NSCLC eingesetzt werden. Dabei wird das PD-L1 Protein geblockt und macht somit die Krebszellen wieder für das körpereigene Abwehrsystem angreifbar.

Teste deinen Lungenkrebs

Ein tumobiologischer Test findet die bestmögliche Lungenkrebstherapie.

Testablauf

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Mehr Informationen zum Lungenkrebstest findest du unter teste-deinen-lungenkrebs.de.

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Mehr Informationen zum Lungenkrebstest findest du unter teste-deinen-lungenkrebs.de.

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Quellen

Savas P et al.: Targeted therapy in lung cancer: IPASS and beyond, keeping abreast of the explosion of targetd therapies for lung cancer. J Thorac Dis 2013;Suppl 5:S579-592

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg; www.krebsinformationsdienst.de

Savas P et al.: Targeted therapy in lung cancer: IPASS and beyond, keeping abreast of the explosion of targeted therapies for lung cancer. J Thorac Dis 2013; 5(Suppl 5):S579-S592

Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Leitlinie. hrsg. v. DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. Februar 2016

Hallberg B, Palmer RH: The role of the ALK receptor in cancer biology. Annals of Oncology 2016; 27(Suppl 3): iii4–iii15, 2016 doi:10.1093/annonc/mdw301

Ilie M et al.: Assessment of the PD-L1 status by immunohistochemistry: challenges and perspectives for therapeutic strategies in lung cancer patients. Virchows Arch 2016; 468(5):511-525

Yu HA et al.: Analysis of tumor specimens at the time of acquired resistance to EGFR-TKI therapy in 155 patients with EGFR-mutant lung cancers. Clin Cancer Res 2013;19; 8:2240-2247