Lungenkrebs Wenn die Lunge krank wird


Lungenkrebs

Wenn die Lunge krank wird, beeinträchtigt das unser gesamtes Leben. Denn ohne ausreichend Sauerstoff kann unser Körper nicht richtig funktionieren. Es gibt zahlreiche Krankheiten, die die Lunge befallen können. Lungenkrebs ist eine der schwerwiegendsten und tödlichsten. Hier erfährst du, was es mit dieser Krankheit auf sich hat.

Die Lunge

Die Lunge ist das Atmungsorgan des Menschen. Die lebenswichtige Aufgabe der Lunge ist es, das Blut mit frischem Sauerstoff anzureichern und verbrauchten Sauerstoff in Form von Kohlendioxid (CO2) aus dem Blut zu entfernen.

Aufbau der Lunge

Aufbau der Lunge

Die Lunge liegt im Inneren des Brustkorbs. Sie grenzt an die Rippen, nach unten an das Zwerchfell (Diaphragma) und zur Körpermitte hin an die Region hinter dem Brustbein (Mediastinum) und an das Herz. Die Lunge des Menschen ist in zwei Lungenflügel gegliedert, die wiederum in Lappen unterteilt sind. Sie kann bildhaft mit einem auf dem Kopf stehenden Baum verglichen werden. Den Stamm dieses Baumes bildet die Luftröhre (Trachea), die sich in zwei Hauptäste, den linken und rechten Hauptbronchus, verzweigt. Die beiden Hauptbronchien leiten die Luft in den linken bzw. den rechten Lungenflügel. Die Lunge liegt im Inneren des Brustkorbs. Sie grenzt an die Rippen, nach unten an das Zwerchfell (Diaphragma) und zur Körpermitte hin an die Region hinter dem Brustbein (Mediastinum) und an das Herz.

Ähnlich wie die Äste und Zweige eines Baumes, die sich immer weiter verdünnen, verzweigen sich die Hauptbronchien in immer feinere Atemgänge und münden in den Lungenbläschen (Alveolen). Die Oberfläche der Atemwege ist dabei über weite Strecken mit Zellen besetzt, die mittels feiner Härchen Fremdkörper aus der Atemluft herausfiltern. Diese Härchen transportieren die Fremdkörper durch schlagende Bewegungen in Richtung Hauptbronchien. Von dort werden Fremdstoffe abgehustet. Zusätzlich wird die Atemluft auf dem Weg zu den Lungenbläschen angefeuchtet, um sie für das Lungengewebe verträglicher zu machen.

In den Lungenbläschen findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen der Atemluft und dem Blut statt.

Lungenerkrankungen

Die Lunge steht über die Atemluft in direktem Kontakt mit der Außenwelt. Sie ist deshalb besonders durch das Einatmen von Keimen und giftigen Substanzen gefährdet.

Zu dieser Krebserkrankung findest du auf dieser Internetseite Informationen zu allem wichtigen Themen wie Symptomen, Ursachen, Diagnose, Therapie und Nachsorge.

(Englisch: chronic obstructive pulmonary disease, COPD): eine lebensbedrohliche dauerhafte Entzündung der Bronchien meist bei Rauchern, wird oft verharmlosend Raucherhusten oder Raucherlunge genannt.

Hervorgerufen durch eine überschießende Reaktion der körpereigenen Abwehr auf eigentlich für den Körper harmlose Substanzen wie Pollen oder Tierhaare.

Zum Beispiel: gestörte Lungenfunktion durch zu hohe Schleimproduktion bei Mukoviszidose.

Hervorgerufen durch Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen, tritt häufig bei geschwächter Lungenfunktion auf.

Chronische Erkrankung der Lunge durch das Einatmen von Stäuben, vor allem Asbest- und Quarzstaub.

Durch Schädigung der Lungenbläschen verminderte Ausatmung und verringerte Oberfläche für den Sauerstoff- und Kohlendioxidaustausch, tritt oft bei COPD auf.

Lungenkrebs

Wenn von Lungenkrebs die Rede ist, setzt bei vielen Menschen betretenes Schweigen ein. Denn wir alle wissen, dass es sich dabei um eine lebensverändernde Diagnose handelt. Doch was genau ist Lungenkrebs und in welchen Formen tritt er auf? All das erfährst du hier.

Was ist ein Lungenkarzinom?

Ein Lungenkarzinom ist eine bösartige Geschwulst, die ihren Ursprung in den Zellen des Lungengewebes hat. Die Unterscheidung von kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom spielt für die Therapie und Prognose der Erkrankung eine entscheidende Rolle.

Bösartige Tumoren der Lunge gehen entweder direkt vom Lungengewebe aus oder entstehen als Absiedlungen von Tumoren anderer Organe (Lungenmetastasen). Als Lungenkrebs im engeren Sinne werden bösartige Geschwülste verstanden, die aus dem Lungengewebe selbst entstehen, speziell aus den Zellen, die die Atemwege (Bronchien) auskleiden.

Ein Lungenkarzinom kann sich in allen Abschnitten der Lunge entwickeln. Der Tumor in der Lunge bleibt aber auf Dauer nicht auf dieses Organ beschränkt. Die bösartig veränderten Zellen wachsen und vermehren sich so unkontrolliert, dass sie immer mehr in das umliegende Gewebe eindringen und auf Nachbarorgane wie das Brustfell übergreifen können.

Über die Lymphbahnen gelangen einzelne Krebszellen in die Lymphknoten und mit dem Blutstrom in entfernter liegende Organe, wo sie sich ansiedeln und Tochtergeschwülste bilden können, sogenannte Metastasen. Besonders oft sind bei Lungenkrebs die Leber, das Gehirn und die Knochen von Metastasen betroffen.

Nicht-kleinzelliger und kleinzelliger Lungenkrebs

Beim Lungentumor wird zwischen dem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (englisch: non-small cell lung cancer, NSCLC) und dem kleinzelligen Lungenkarzinom (englisch: small cell lung cancer, SCLC) unterschieden.

Die beiden Krebserkrankungen unterscheiden sich in ihrer Aggressivität und ihrem Verlauf voneinander und müssen deshalb auch unterschiedlich behandelt werden. Betroffene sollten, wenn sie sich über ihre Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten informieren wollen, wissen, an welcher Krebsart sie leiden.

kleinzelliges Lungenkarzinom
nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs

Der NSCLC ist die wesentlich häufigere Form und liegt bei etwa 85 von 100 Lungenkrebsfällen vor. Unterformen von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs sind:

  • das Plattenepithelkarzinom, das sich in der oberen Zellschicht der Schleimhaut in den Bronchien bildet,
  • das Adenokarzinom, das aus drüsenartigen Zellen der Atemwege entsteht,
  • das großzellige Lungenkarzinom, dessen Ursprung noch unklar ist.

Kleinzelliger Lungenkrebs

SCLC ist mit etwa 15 von 100 Lungenkrebsfällen deutlich seltener. Er wächst oft besonders schnell und breitet sich schon früh über die Lungen hinaus in andere Organe aus.

Wie häufig ist Lungenkrebs?

Das Lungenkarzinom gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebsarten. Im Jahr 2013 erkrankten daran rund 34.700 Männer und 18.800 Frauen. Laut Prognosen werden im Jahr 2020 36.200 Männer und 23.700 Frauen neu an einem Lungenkarzinom erkranken.

Damit ist Lungenkrebs bei Männern nach Prostatakrebs die zweithäufigste Krebserkrankung, bei Frauen die dritthäufigste nach Brust- und Darmkrebs. In Deutschland tritt etwa bei jedem 15. Mann und jeder 29. Frau im Laufe des Lebens ein Lungenkarzinom auf.

Krankheitsstadien

Lungenkrebs tritt nicht nur in unterschiedlichen Formen, sondern auch in verschiedenen Stadien auf. Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist, umso schwieriger wird die Behandlung und umso geringer sind auch die Heilungschancen.

Unterscheidung der Tumorstadien

Tumorstadium 1
Tumorstadium 2
Tumorstadium 3
Tumorstadium 4

Hinweis: Hier werden nur Beispiele dargestellt. Die Lokalisation, Größe und Ausbreitung des Tumors kann innerhalb eines Stadiums variieren.

 

Um einem Lungenkrebspatienten die bestmögliche Behandlung zukommen lassen zu können, reicht es nicht aus, zu wissen, um welche Lungenkrebsart es sich handelt. Die behandelnden Ärzte müssen zusätzlich den Schweregrad der Erkrankung also das Tumorstadium kennen.

Dafür muss festgestellt werden, wie groß der Tumor ist, wie weit die Ausbreitung in der Lunge reicht und ob der Tumor bereits Lymphknoten befallen oder Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet hat, d. h. ob der Lungenkrebs gestreut hat. Oft kann das Tumorstadium mit letzter Sicherheit sogar erst nach der Operation bestimmt werden, wenn Gewebeproben des Tumors und der angrenzenden Lymphknoten vorliegen.

Tumorstadien bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Grundlage für die Einteilung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in Tumorstadien ist die international verwendete TNM-Klassifikation. Hierbei werden berücksichtigt:

  • T = Größe des Tumors (Ursprungstumor, auch Primärtumor genannt) bzw. seine Ausdehnung in der Lunge,
  • N = möglicher Befall von Lymphknoten (Nodi lymphatici),
  • M = Vorhandensein von Metastasen in anderen Organen

Entsprechend den TNM-Kriterien gibt es folgende Möglichkeiten:

  • T1 bis T4: Größe des Tumors von bis 3 cm bis mehr als 7 cm bzw. alle Größen sowie kein Befall bis Ausdehnung in die gesamte Lunge oder den Brustkorb und darüber hinaus; T0 bedeutet kein Nachweis eines Tumors, d. h. der Ursprungstumor ist nicht mehr nachweisbar (englisch: cancer of unknown primary origin, CUP),
  • N0 bis N3: Kein Befall der Lymphknoten bis zu Befall der Achsellymphknoten und darüber hinaus,
  • M0: keine Metastasen nachweisbar und M1 = Metastasen nachweisbar.

Tumorstadien bei kleinzelligem Lungenkrebs

Kleinzelliger Lungenkrebs wurde viele Jahrzehnte lediglich in zwei Stadien unterschieden: Im begrenzten Stadium (englisch: limited disease) ist der Tumor auf einen Lungenflügel beschränkt, im erweiterten Stadium (englisch: extended disease) hat sich der Tumor über einen Lungenflügel hinaus ausgebreitet.

Diese Einteilung richtet sich danach, ob eine Strahlentherapie durchführbar ist. Heutzutage werden wegen der besseren Vorhersagemöglichkeit des Krankheitsverlaufs (Prognose) drei Ausbreitungsstadien – stark begrenzte, begrenzte und ausgedehnte Erkrankung – verwendet und zusätzlich die TNM-Merkmale berücksichtigt.

Was ist ein Rezidiv?

Von einem Rezidiv (Rückfall) wird gesprochen, wenn das klein- oder nicht-kleinzellige Lungenkarzinom nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt. Dabei kann Tumorgewebe sowohl in der Lunge selbst als auch in anderen Organen in Form von Metastasen zu finden sein.

Quellen

Lippert H: Lehrbuch Anatomie, Urban & Schwarzenberg, München (1990)

Classen M, Diehl V, Kochsiek K: Innere Medizin (2. Auflage). Urban & Schwarzenberg, München/Wien/Baltimore (1993)

Costabel U, Kroegel C (Hrsg.). Klinische Pneumologie: das Referenzwerk für Klinik und Praxis. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart. 2013

Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Leitlinie. hersg. v. DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Februar 2016

Wolf M et al. „Lungenkarzinom, kleinzellig (SCLC). Leitlinie. hersg. v. DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. November 2012

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg; www.krebsinformationsdienst.de