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Symptome

Beschwerden bei Lungenkrebs

Lungenkrebs Beschwerden Neun von zehn Patienten mit Lungenkrebs haben zum Zeitpunkt der Diagnose Beschwerden durch die Erkrankung. Die Symptome können vom ursprünglichen Tumor selbst, von der Ausbreitung des Krebses im Brustkorb oder von Krebs-Absiedelungen ausgehen.

 

Lungenkrebs verursacht oft erst in fortgeschrittenen Stadien Beschwerden. Dadurch wird die Diagnose der Erkrankung verzögert und die Behandlung erschwert. Die Symptome, die durch Lungenkrebs hervorgerufen werden können, sind vielfältig, kommen jedoch auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen vor. Es gibt kein Beschwerdebild, das eindeutig auf Lungenkrebs schließen ließe.

Die möglichen Symptome von Lungenkrebs unterscheiden sich je nach Ausbreitung des Tumors:

Beschwerden durch den Tumor, von dem die Erkrankung ursprünglich ausgegangen ist (Primärtumor):

 

  • Husten: Bis zu drei Viertel aller Lungenkrebspatienten leiden an Husten. Lungenkrebs tritt oft im zentralen Bereich der Lungen auf, wo die Bronchien sich verzweigen. Der Tumor oder auch ein durch den Krebs angeschwollener Lymphknoten kann daher leicht Teile der Atemwege verlegen. Darauf reagiert der Körper mit Hustenreiz. Zusätzlich kann es im unzureichend belüfteten Lungengewebe jenseits des Tumors zu einer Lungenentzündung kommen, die ebenfalls Hustenreiz auslösen kann.

    Husten kann sehr viele andere Ursachen als Lungenkrebs haben. Ein bis zu vier Wochen anhaltender Husten ist zunächst in aller Regel kein Anlass zur Sorge. Wenn aber der Husten auch über diesen Zeitraum hinaus und trotz ärztlicher Behandlung anhält, sollte eine genauere Untersuchung vorgenommen werden, die dann unter anderem auch die Möglichkeit einer Lungenkrebserkrankung mit einschließt.
  • Unklare Brustbeschwerden: Bei bis zur Hälfte aller Betroffenen führt der Lungenkrebs zu Unwohlsein in der Brust. Die Beschwerden kommen und gehen. In zahlreichen Fällen tritt Schmerz auf, der sich aber keinem bestimmten Ort im Brustkorb zuordnen lässt.
  • Luftnot (Dyspnoe): Bis zu zwei Drittel aller Lungenkrebspatienten leiden durch den Tumor an Luftnot. Sie tritt besonders dann auf, wenn der Krebs größere Bronchien verlegt und die Belüftung von Teilen der Lungen verhindert. Die verbleibenden Lungenabschnitte reichen dann unter Umständen nicht aus,
    um den Körper hinreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Umso stärker die körperliche Belastung, desto ausgeprägter ist auch die Luftnot.
  • Bluthusten (Haemoptysis): Beim Husten wird mit Schleim auch Blut ausgeworfen. Bis zu einem Drittel der Lungenkrebspatienten ist von diesem Symptom betroffen.

 

Beschwerden durch Lungenkrebs-Absiedelungen oder Ausbreitung des Tumors im Brustraum:

Lungenkrebs Beschwerden Husten

  • Brustschmerzenkönnen entstehen, wenn sich der Lungenkrebs in das Brustfell (Pleura, Rippenfell) oder darüber hinaus ausbreitet. Mit Ausnahme der größeren Bronchien ist die Lunge nicht schmerzempfindlich. Schmerzen in der Brust treten daher erst auf, wenn der Lungenkrebs in andere Brustgewebe einwächst oder sie zusammendrückt.
  • Schluckbeschwerden oder Bluterbrechen können auftreten, wenn der Ausgangstumor, Lymphknoten oder Krebsabsiedelungen in die Speiseröhre (Ösophagus) eindringen oder sie von außen zusammendrücken.
  • Zwerchfellnervenlähmung: Das Zwerchfell ist ein wichtiger Atemmuskel. Wird der Nerv, der das Zwerchfell steuert, durch Lungenkrebs beeinträchtigt, kann es zu Luftnot kommen.
  • Wasseransammlung im Brustfell (Pleuraerguss): Lungenkrebs kann zum Austritt von Gewebswasser in das Brustfell führen. Dadurch entsteht unter Umständen Luftnot oder eine bestehende Luftnot wird verstärkt.
  • Lähmung des rückläufigen Kehlkopfnervs: Der Nerv, der den unteren Teil des Kehlkopfs und die Stimmbänder steuert, verläuft ein Stück durch den Brustkorb. Wird der Nerv durch Lungenkrebs in Mitleidenschaft gezogen, können Heiserkeit oder Atemschwierigkeiten die Folge sein.
  • Druck auf die obere Hohlvene: Die obere Hohlvene transportiert das Blut aus den oberen Körperregionen zurück zum Herzen. Die Wand der Vene ist relativ weich, sie kann daher von einem Tumor leicht zusammengedrückt werden. Die Folge können u.a. Schwellungen und hervortretende Blutgefäße im Gesicht und Nacken sein.

 

Beschwerden durch Lungenkrebs-Absiedelungen (Metastasen) im übrigen Körper:

Metastasen von Lungenkrebs siedeln sich bevorzugt in den Knochen, in der Leber, in den Nebennieren, in Lymphknoten, im Gehirn oder im Rückenmark an. Mögliche Folgen sind:

  • Knochenschmerzen: Durch die Absiedelung von Tochtergeschwülsten wird
    die normale Knochensubstanz verdrängt. Der Knochen verliert unter Umständen seine Stabilität, schmerzt und kann unerwartet brechen.
  • Störungen des Nervensystems: Metastasen im Gehirn, im Rückenmark oder in der Nähe von Nervenbahnen können in Abhängigkeit von ihrer genauen Lage zu vielfältigen neurologischen Störungen führen. Dazu gehören etwa Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Krampfanfälle, Gleichgewichtsstörungen oder auch Persönlichkeitsveränderungen.
  • Schwäche und Gewichtsverlust: Lungenkrebs ist eine schwere Belastung für den Körper und die Psyche. Schwäche und Gewichtsverlust können aber nicht nur von dieser Beanspruchung ausgehen. Der Lungenkrebs und das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem), das ihn zu bekämpfen versucht, setzen darüber hinaus verschiedene Botenstoffe frei, von denen einige erheblichen Einfluss auf den Stoffwechsel haben und zu starkem Gewichtsverlust führen können.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Quellen:
Beckles MA et al.: Initial evaluation of the patient with lung cancer. Symptoms, signs, laboratory tests, and paraneoplastic syndromes. Chest 2003; 123(1 Suppl):97S-104S

Collins LG et al.: Lung cancer: diagnosis and management. Am Fam Physician 2007; 75(1):56-63

Goeckenjan G et al.: Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Krebsgesellschaft. Pneumologie 2010, 64(Suppl 2):e1-e164

Autor:
Jan Groh

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Quelle: http://www.lungenkrebs.de