Stadien bei Lungenkrebs
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Stadien bei Lungenkrebs

Unterscheidung der Lungenkrebsstadien

Um einem Lungenkrebspatienten die bestmögliche Behandlung zukommen lassen zu können, reicht es nicht aus, zu wissen, um welche Lungenkrebsart es sich handelt. Die behandelnden Ärzte müssen zusätzlich den Schweregrad der Erkrankung also das Tumorstadium kennen.

Dafür muss festgestellt werden, wie groß der Tumor ist, wie weit die Ausbreitung in der Lunge reicht und ob der Tumor bereits Lymphknoten befallen oder Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet hat, d. h. ob der Lungenkrebs gestreut hat. Oft kann das Tumorstadium mit letzter Sicherheit sogar erst nach der Operation bestimmt werden, wenn Gewebeproben des Tumors und der angrenzenden Lymphknoten vorliegen.

Tumorstadien bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

TNM-Klassifikation
Grundlage für die Einteilung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in Tumorstadien ist die international verwendete TNM-Klassifikation. Hierbei werden berücksichtigt:

  • T = Größe des Tumors (Ursprungstumor, auch Primärtumor genannt) bzw. seine Ausdehnung in der Lunge,
  • N = möglicher Befall von Lymphknoten (Nodi lymphatici),
  • M = Vorhandensein von Metastasen in anderen Organen.

Entsprechend den TNM-Kriterien gibt es folgende Möglichkeiten:

  • T1 bis T4: Größe des Tumors von bis 3 cm bis mehr als 7 cm bzw. alle Größen sowie kein Befall bis Ausdehnung in die gesamte Lunge oder den Brustkorb und darüber hinaus; T0 bedeutet kein Nachweis eines Tumors, d.h. der Ursprungstumor ist nicht mehr nachweisbar (englisch: cancer of unknown primary origin, CUP),
  • N0 bis N3: Kein Befall der Lymphknoten bis zu Befall der Achsellymphknoten und darüber hinaus,
  • M0: keine Metastasen nachweisbar und M1 = Metastasen nachweisbar.

Beispiel 1: Ein nicht-kleinzelliger Lungentumor mit einem Durchmesser von weniger als zwei Zentimetern, der noch nicht in den Hauptbronchus eingewachsen ist und sich nicht in Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hat, erhält demnach die Bezeichnung T1a N0 M0.

Beispiel 2: Ein nicht-kleinzelliger Lungentumor mit einem Durchmesser von drei Zentimetern, der das Zwerchfell und entferntere Lymphknoten des gleichen Lungenflügels befallen hat, bei dem aber noch keine Metastasen in anderen Organen feststellbar sind, erhält demnach die Bezeichnung T3 N2 M0.

Tumorstadien bei kleinzelligem Lungenkrebs

Kleinzelliger Lungenkrebs wurde viele Jahrzehnte lediglich in zwei Stadien unterschieden: Im begrenzten Stadium (englisch: limited disease) ist der Tumor auf einen Lungenflügel beschränkt, im erweiterten Stadium (englisch: extended disease) hat sich der Tumor über einen Lungenflügel hinaus ausgebreitet. Diese Einteilung richtet sich danach, ob eine Strahlentherapie durchführbar ist. Heutzutage werden wegen der besseren Vorhersagemöglichkeit des Krankheitsverlaufs (Prognose) drei Ausbreitungsstadien – stark begrenzte, begrenzte und ausgedehnte Erkrankung – verwendet und zusätzlich die TNM-Merkmale berücksichtigt.

Stadien-Roentgenbild

Weitere Informationen dazu finden Sie auf Onkopedia der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.

Was ist ein Rezidiv?

Von einem Rezidiv (Rückfall) wird gesprochen, wenn das klein- oder nicht-kleinzellige Lungenkarzinom nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt. Dabei kann Tumorgewebe sowohl in der Lunge selbst als auch in anderen Organen in Form von Metastasen zu finden sein.

Stadien-Roentgenbild

Ärzte benutzen ein spezielles Kürzelverzeichnis, um Diagnosen und Symptome einheitlich zu bezeichnen, den so genannten ICD-10 GM Code, der vom DIMDI gepflegt wird. Sofern Sie Unterlagen mit diesen Codes vorliegen haben, finden Sie hier die zugehörigen Bezeichnungen. Auf der kostenfreien Seite www.washabich.de können Sie sich außerdem Befunde in medizinischer Fachsprache in alltagsverständliche Sprache übersetzen lassen.

Quellen: