Bei der Behandlung von Lungenkrebs geht es nicht nur darum, die richtige Therapie zu wählen, sondern auch darum, diese dann richtig zu managen. Dies hat beispielsweise etwas mit dem Umgang mit möglichen Nebenwirkungen der Therapie zu tun. Denn bei einer Krebstherapie können verschiedene Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen auftreten, von denen einige mit der Tumorerkrankung selbst assoziiert sind, und/oder den Medikamenten oder weiteren Therapieformen in Verbindung stehen, die bei der Behandlung der Erkrankung zum Einsatz kommen können. Hierbei unterscheiden Fachleute wiederum zwischen zwei Arten: Akutfolgen sind Nebenwirkungen, die unmittelbar während der Behandlung auftreten und danach wieder abklingen. Chronische Folgen hingegen sind dauerhaft und können auch nach Behandlungsende bestehen bleiben.
Mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und ihnen effektiv begegnen zu können, kann einen großen Einfluss auf ihren Verlauf und die Wirksamkeit der Therapie haben. Indem mögliche Nebenwirkungen durch ein effektives Therapiemanagement bekämpft oder gelindert werden, können bei guter Verträglichkeit die Standarddosen für deine Therapie gegeben werden und mögliche Dosis-Reduktionen sowie Therapie-Unterbrechungen und -Abbrüche vermieden werden.
Daher ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dir und deinem Behandlungsteam wichtig. Denn wenn du die wichtigsten Symptome zur Erkennung möglicher Nebenwirkungen bereits selbst kennst, kannst du einen wichtigen Beitrag zu deiner Behandlung leisten. Ohnehin kann dein Verhalten einen großen Unterschied machen. So ist die Einhaltung der Therapietreue (Compliance) während der Behandlung und der Nachsorge von großer Wichtigkeit. Damit ist gemeint, dass du den Anweisungen deines Behandlungsteams, was die Einnahme von Arzneimitteln und das Erscheinen zu Therapie- und Nachsorgeterminen betrifft, so gut es geht folgst.
- Medikamente wirken nicht nur an ihrem Zielort, im Fall von Lungenkrebs also nicht ausschließlich an der Krebszelle.
- Die meisten Medikamente haben mehrere Effekte. In der Regel ist jedoch nur die therapeutische Wirkung – also die Behandlung der Erkrankung – gewünscht.
- Je nach Wirkweise des Medikaments können die Nebenwirkungen unterschiedlich ausfallen.
Bei einigen Nebenwirkungen lässt sich gegebenenfalls auch durch die Anwendung einfacher Tipps & Tricks zuhause eine Verbesserung des eigenen Wohlbefindens erreichen. Hier informieren wir dich über den Umgang mit möglichen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen, die insbesondere im Rahmen einer Krebsbehandlung auftreten können. Eine vollständige Auflistung aller bekannten Nebenwirkungen findest du im Beipackzettel deines Medikaments.
Unter einer Arzneimittelwechselwirkung (Drug-Drug-Interaction) versteht man die gegenseitige Beeinflussung von Arzneimitteln bei gleichzeitiger Einnahme. Die jeweilige Wirkung kann dann anders ausfallen als erwartet. Wechselwirkungen können dazu führen, dass sich die Wirkung von zwei oder mehreren Arzneimitteln bis zu einem gesundheitsschädlichen Maß verstärkt. Andererseits kann die Wirkung auch aufgehoben werden, man spricht dann von Therapieversagen. Schließlich kann ein Arzneimittel auch die Wirkung eines anderen Arzneimittels verändern, indem es die Aufnahme, Verteilung und/oder die Verwertung beeinflusst. Arzneimittelwechselwirkungen können sowohl zwischen verschiedenen Arzneimitteln auftreten als auch zwischen Arzneimitteln und Nahrungs- oder Genussmitteln. Beispiele für Medikamenteninteraktionen sind folgende:
Bei Tabletten solltest du dich genau an die Einnahmeempfehlungen des jeweiligen Medikaments halten. Informier dich, ob du das Medikament vor, zu oder nach den Mahlzeiten einnehmen musst.
Du solltest eine Liste aller eingenommen Arzneimittel und aller bestehenden Erkrankungen führen und diese gelegentlich mit deinem Behandlungsteam besprechen. Bei unerwarteten Wirkungen und/oder Symptomen solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt unverzüglich Rücksprache halten.
Seit dem Sommer 2022 haben bestimmte Patientinnen und Patienten einen gesetzlichen Anspruch auf pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in der Apotheke. Dabei handelt es sich um eine „erweiterte Medikationsberatung“ in Form eines persönlichen Gesprächs mit deiner Apothekerin oder mit deinem Apotheker, um die Anwendung der Medikamente zu verbessern. Dieses Angebot richtet sich insbesondere auch an Patientinnen und Patienten, die orale Krebsmedikamente einnehmen. Dazu werden Daten über deine bisherige Medikation sowie alle Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel gesammelt, die du derzeit einnimmst. Nach sorgfältiger Überprüfung deines Medikationsplans wird deine Apothekerin bzw. dein Apotheker gemeinsam mit dir die Therapie optimieren.
Aktuell stehen pDL bei fünf verschiedenen Indikationen und Arzneimittelanwendungen zur Verfügung: orale Krebstherapie, Bluthochdruck, Inhalativa, Polymedikation und Organtransplantation. Gehörst du zu einer dieser Gruppen, hast du Anspruch auf eine pDL in Form einer „erweiterten Medikationsberatung“ und eines Folgegesprächs zwei bis sechs Monate später, um Anwendungsprobleme oder Nebenwirkungen zu besprechen.
Die pharmazeutischen Dienstleistungen zielen darauf ab, die Sicherheit deiner Therapie zu verbessern, indem arzneimittelbezogene mögliche Nebenwirkungen erkannt, gelöst oder verhindert werden sollen. Dadurch kann sowohl die Effektivität der Arzneimitteltherapie erhöht als auch mögliche Nebenwirkungen verhindert oder abgemildert werden. Wenn du dich dazu entscheidest, die pDL in Anspruch zu nehmen, steht dir mit deiner Apothekerin bzw. deinem Apotheker eine weitere Ansprechperson zur Seite, mit der du ausführlich über Besonderheiten deiner Therapie, Nebenwirkungen, mögliche Herausforderungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und offene Fragen sprechen kannst. Insbesondere wird auf die Eigenschaften und Besonderheiten der Krebsmedikamente zum Einnehmen eingegangen, und du kannst auch einen Einnahmeplan und vollständigen Medikationsplan erhalten.
Auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) findest du eine Übersicht der teilnehmenden Apotheken in deiner Nähe sowie weitere Informationen zu den pharmazeutischen Dienstleistungen:
www.orale-krebstherapie.de/fuerpatienten/beratende-apotheken
Auf der Webseite www.apoguide.de findest du eine Übersicht der teilnehmenden Apotheken in deiner Nähe. Gib dafür deine Postleitzahl ein und wähle bei Leistug “Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie” aus.
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