Lungenkrebs
×

Lungenkrebs

Was ist ein Lungenkarzinom?

Ein Lungenkarzinom ist eine bösartige Geschwulst, die ihren Ursprung in den Zellen des Lungengewebes hat. Die Unterscheidung von kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom spielt für die Therapie und Prognose der Erkrankung eine entscheidende Rolle.

Bösartige Tumoren der Lunge gehen entweder direkt vom Lungengewebe aus oder entstehen als Absiedlungen von Tumoren anderer Organe (Lungenmetastasen). Als Lungenkrebs im engeren Sinne werden bösartige Geschwülste verstanden, die aus dem Lungengewebe selbst entstehen, speziell aus den Zellen, die die Atemwege (Bronchien) auskleiden. Ein Lungenkarzinom kann sich in allen Abschnitten der Lunge entwickeln. Der Tumor in der Lunge bleibt aber auf Dauer nicht auf dieses Organ beschränkt. Die bösartig veränderten Zellen wachsen und vermehren sich so unkontrolliert, dass sie immer mehr in das umliegende Gewebe eindringen und auf Nachbarorgane wie das Brustfell übergreifen können. Über die Lymphbahnen gelangen einzelne Krebszellen in die Lymphknoten und mit dem Blutstrom in entfernter liegende Organe, wo sie sich ansiedeln und Tochtergeschwülste bilden können, sogenannte Metastasen. Besonders oft sind bei Lungenkrebs die Leber, das Gehirn und die Knochen von Metastasen betroffen.

Wichtigste Unterscheidung: nicht-kleinzelliger und kleinzelliger Lungenkrebs

Beim Lungentumor wird zwischen dem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (englisch: non-small cell lung cancer, NSCLC) und dem kleinzelligen Lungenkarzinom (englisch: small cell lung cancer, SCLC) unterschieden. Die beiden Krebserkrankungen unterscheiden sich in ihrer Aggressivität und ihrem Verlauf voneinander und müssen deshalb auch unterschiedlich behandelt werden. Betroffene sollten, wenn sie sich über ihre Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten informieren wollen, wissen, an welcher Krebsart sie leiden.

Nicht-kleinzeiliger Lungenkrebs

NSCLC ist die wesentlich häufigere Form und liegt bei etwa 85 von 100 Lungenkrebsfällen vor. Unterformen von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs sind:

  • das Plattenepithelkarzinom, das von der obersten Zellschicht der Schleimhaut in den Bronchien ausgeht,
  • das Adenokarzinom, das aus drüsenartigen Zellen der Atemwege entsteht,
  • das großzellige Lungenkarzinom, dessen Ursprung noch unklar ist.

Kleinzeiliger Lungenkrebs

SCLC ist mit etwa 15 von 100 Lungenkrebsfällen deutlich seltener. Er wächst oft besonders schnell und breitet sich schon früh über die Lungen hinaus in andere Organe aus.

Wie häufig ist Lungenkrebs?

Das Lungenkarzinom gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebsarten. Im Jahr 2013 erkrankten daran rund 34.700 Männer und 18.800 Frauen, im Jahr 2020 werden laut Prognosen 36.200 Männer und 23.700 Frauen neu an einem Lungenkarzinom erkranken. Damit ist Lungenkrebs bei Männern nach Prostatakrebs die zweithäufigste Krebserkrankung, bei Frauen die dritthäufigste nach Brust- und Darmkrebs. In Deutschland tritt etwa bei jedem 15. Mann und jeder 29. Frau im Laufe des Lebens ein Lungenkarzinom auf.

Raucher sind am stärksten gefährdet

Aktive Raucher haben ein besonders hohes Lungenkrebsrisiko. Bei 91 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen mit Lungenkarzinom ist das Rauchen die Ursache. Je länger der Tabakkonsum anhält und je mehr Zigaretten o.Ä. pro Tag geraucht werden, desto höher ist das Erkrankungsrisiko.
Untersuchungen belegen, dass Raucher, die mit dem Rauchen aufhören, ihr Risiko für ein Lungenkarzinom innerhalb kurzer Zeit deutlich senken können. Dabei zählt jede Zigarette: Bei Vielrauchern (eine Packung und mehr pro Tag) sinkt allein durch eine Halbierung der täglich gerauchten Zigarettenmenge das Lungenkrebsrisiko innerhalb von fünf bis zehn Jahren um knapp 30 Prozent. Die Mühen des Entzugs lohnen sich also.

Aber auch passives Rauchen, Asbest, Feinstäube und Dieselabgase sind Risikofaktoren für das Lungenkarzinom.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:

Quellen: