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Erkrankungen der Lunge

Vor allem Infektionen lassen Lungen leiden

Lungenkrebs Erkrankungen der Lunge Die Lunge steht in direktem Kontakt mit der Außenwelt. Sie ist deshalb besonders durch Infektionen gefährdet. Aber sie kann auch von anderen Krankheiten wie Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs betroffen sein.

 

 

Wesentliche Aufgabe der Lunge ist es, Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid (CO2) abzugeben. Um diese Funktion aufrechterhalten zu können, müssen die verschiedenen Vorgänge oder Strukturen im Organ gut aufeinander abgestimmt sein. Störungen können unterschiedlichste Krankheiten verursachen.
 

Krebs

Lungenkrebs ist eine bösartige Geschwulst, die ihren Ursprung in den Zellen des Lungengewebes hat. Wächst ein Lungenkrebs in das Lungenfell ein, kann es zu Verklebungen zwischen Lunge und Brustkorbwand kommen. Die Atmung ist dann behindert und bereitet unter Umständen Schmerzen. Ebenso ist es möglich, dass durch Lungenkrebs eine Verbindung zwischen dem Spalt im Lungenfell und dem luftgefüllten Lungengewebe entsteht. Dann wird der Unterdruck im Lungenfell ausgeglichen, und die Lunge fällt in sich zusammen. Der betroffene Lungenflügel trägt dann nicht mehr zur Atmung bei. Mediziner sprechen von einem Pneumothorax.

Bedeutsam ist weiterhin, dass das Lungenfell im Gegensatz zum Lungengewebe schmerzempfindlich ist. Schmerzen beim Atmen gehen daher immer vom Lungenfell oder den großen Bronchien aus. Lungenkrebs kann von den Betroffenen lange unbemerkt bleiben, wenn er nur das Lungengewebe betrifft, aber nicht das Lungenfell oder die größeren Bronchien erreicht.

Erbliche Erkrankungen

Lunge erbliche ErkrankungDer Sauerstoff- und Kohlendioxidaustausch in der Lunge erfordert ein fein abgestimmtes Zusammenspiel des Zellaufbaus in den Lungenbläschen sowie Atemgängen und den zahlreichen Sekreten. Dadurch wird einerseits die Luftfüllung des Lungengewebes ermöglicht, andererseits aber auch das Gewebe vor Krankheitserregern und Fremdkörpern wie z.B. Staub geschützt. Bei manchen Menschen ist dieses Zusammenspiel gestört. Veränderungen im Erbmaterial können beispielsweise dazu führen, dass zu viel Lungenschleim entsteht, der zudem übermäßig zäh ist und dadurch die Atmung behindert. Das trifft auf die Mukoviszidose (zystische Fibrose) zu, die bereits in jungen Jahren zu schweren Beeinträchtigungen der Lungenfunktion führt. Allerdings sind erbliche Lungenerkrankungen vergleichsweise selten.

Infektionen

Viren, Bakterien oder in selteneren Fällen auch Pilze können Infektionen der Lunge hervorrufen. Mit jedem Atemzug gelangen diese Mikroorganismen tief in die Lunge. In der Regel schafft es das Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers, die Erreger unschädlich zu machen, lange bevor sie Krankheiten auslösen könnten.

Lungenkrebs InfektionenIst die Belastung der Atemluft mit Krankheitskeimen jedoch sehr hoch, wie während der Erkältungszeit bei größeren Menschenansammlungen, z.B. in der U-Bahn, oder handelt es sich um Erreger, auf die sich das Immunsystem noch nicht eingestellt hat, können die Krankheitskeime die Abwehr mitunter überwinden. Sie setzen sich in der Lunge fest und können eine Infektion der Bronchien (Bronchitis) oder eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursachen. Bettlägerige Kranke sind besonders gefährdet, weil sie über lange Zeit nur flach atmen. Dadurch wird die Luft in bestimmten Lungenabschnitten kaum ausgetauscht, und Keime können sich ansiedeln.

Tiefes Durchatmen bei frischer Luft kann solchen Infektionen vorbeugen. Die "neue" Luft gelangt dann bis in die tiefsten Winkel der Lunge und verdrängt die "alte". Krankheitserreger finden keine Gelegenheit, sich festzusetzen. Daher wird auch nach Operationen und unter Umständen auch bei Lungenkrebs ein Atemtraining verordnet. Dadurch verringert sich das Risiko von Lungenentzündungen.

Ein Beispiel für ein Bakterium, das die Lunge befallen kann, ist der Tuberkulose-Erreger. Unter den Viren kann etwa der Grippeerreger zu einer Lungenentzündung führen. Schimmelpilze, die sich in Gräbern aus dem Altertum vermehrt hatten, haben einige Archäologen das Leben gekostet und den Mythos vom "Fluch der Pharaonen" mitbegründet.

Allergien und Asthma

Allergien entstehen durch eine überschießende Reaktion des Abwehrsystems auf eigentlich für den Körper harmlose Substanzen wie Pflanzenpollen oder Tierhaare. Allergien bedingen eine Entzündungsreaktion in den Bronchien: Die Schleimhäute in den Atemwegen schwellen an und geben vermehrt Schleim ab. In schweren Fällen können die Atemwege durch die Schwellung nahezu vollständig verschlossen werden. Die Betroffenen drohen zu ersticken (allergisches Asthma).

Die gleiche Reaktion läuft auch bei einer Asthmaerkrankung ab. Als Ursache eines Asthmaanfalls kommen neben einer allergischen Reaktion auch andere Faktoren wie z.B. kalte Luft in Betracht.

Reizstoffe in der Atemluft

Lungenkrebs AtemluftAuch Substanzen, die nicht zu allergischen Reaktionen führen, können die Lunge beeinträchtigen. Wichtigstes Beispiel hierfür sind die Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs. Zu diesen gehören Teer, Feinstaub, mehrere hundert Giftstoffe sowie erhebliche Mengen radioaktiver Substanzen, z.B. radioaktives Polonium sowie radioaktives Blei, die aufgrund des speziellen Stoffwechsels von der Tabakpflanze angereichert werden. Im Zusammenspiel führen diese Inhaltsstoffe zu schweren Schäden am Lungengewebe und sind die häufigste Ursache von Lungenkrebs. Andere lungenschädigende Substanzen sind z.B. Asbeststaub und Gase wie Kohlenmonoxid (im Zigarettenrauch oder in Autoabgasen) oder Chlorgas (bei Chemieunfällen).

Verletzungen und Operationen

Gefahr für die Lunge besteht bei Verletzungen immer dann, wenn die Stabilität des Brustkorbs herabgesetzt wird. Das kann etwa durch Rippenbrüche in Folge eines Autounfalls oder Sturzes der Fall sein. Die normalen Atembewegungen sind dann beeinträchtigt. Besonders gefährlich ist es, wenn bei einer Verletzung spitze Rippenbruchstücke in die Lunge ragen. Wie bei einem Ballon können derartige Spitzen zu einem Zusammenfall der Lunge führen - sie wird nicht mehr mit Luft befüllt (Pneumothorax). Eine solche Verletzung kann akut lebensgefährlich sein. Es gibt jedoch effektive Behandlungsmöglichkeiten.

Die Atmung ist bei Verletzungen oft eingeschränkt und schmerzhaft. Das gilt auch für Operationen am Brustkorb, z.B. wenn ein Tumor entfernt wurde. Da die Betroffenen automatisch flacher atmen, wächst ihre Anfälligkeit für Infektionen.

Emphysem

Ein Lungenemphysem entsteht bei Schäden der Feinstruktur des Lungengewebes. Einzelne Lungenbläschen und Lungenbläschengruppen sind zu größeren Einheiten verschmolzen. Dadurch verringert sich die innere Oberfläche der Lunge, die für den Sauerstoff- und Kohlendioxidaustausch zur Verfügung steht, erheblich. Die Betroffenen sind oft kurzatmig und leiden an einer Minderversorgung mit Sauerstoff. Außerdem besteht eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern. Vielfach kommt es zu wiederholten Lungenentzündungen. Für das Lungenemphysem sind Schadstoffe aus dem Tabakrauch und feine Stäube (Silikatstaub, Quarzstaub) die häufigsten Ursachen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Lungenödem Herz-Kreislauf-SchwächeDie Lunge kann schließlich auch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sein. Besteht etwa eine Herzmuskelschwäche, kann es zu einem Rückstau von Blutflüssigkeit in den Blutgefäßen der Lunge kommen. In der Lunge sammelt sich dann Flüssigkeit an - ein Lungenödem entsteht. Die Betroffenen bekommen nur schlecht Luft und können in schweren Fällen ohne Behandlung ersticken.


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Quelle:
Classen M, Diehl V, Kochsiek K: Innere Medizin (2. Auflage). Urban & Schwarzenberg, München/Wien/Baltimore (1993)

Autor:
Jan Groth

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Quelle: http://www.lungenkrebs.de