Friedrich Wagner, 67, Buchhalter:
"Einfache Momente des Glücks, zu teilen und mitzuerleben, ist einfach wundervoll."

Lebensführung

Leben mit Lungenkrebs

Lungenkrebs Leben mit der Krankheit
 

Die Diagnose Lungenkrebs bedeutet einen tiefen Einschnitt im Leben. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf existenzbedrohende Erkrankungen und die Erfahrungen während der Diagnose und ersten Behandlung der Erkrankung.

Eine beinahe ebenso große Herausforderung stellt es dar, sich auf ein Leben mit der Erkrankung einzustellen. Denn bei weitem nicht jede Lungenkrebs-Erkrankung verläuft binnen kurzer Zeit tödlich. Patienten, deren Krebs frühzeitig erkannt wird, können oft vollständig geheilt werden. Viele Betroffene müssen sich auf dauerhafte Einschränkungen und unter Umständen wiederholt auf Behandlungsphasen und Kontrolluntersuchungen einstellen. Damit stellen sich zahlreiche praktische Fragen: Was kann ich zur Verbesserung meiner gesundheitlichen Situation tun? Wie geht es beruflich weiter? Wie sieht es mit Krankengeld oder Rente aus?

Leben Sie gesundheitsbewusst!

In der Gesellschaft begegnet man immer wieder der Auffassung, dass eine gesundheitsbewusste Lebensführung viel mit Entsagung, jedoch wenig mit Genuss und Lebensfreude zu tun hat. Viele Menschen, die diese Auffassung vertreten, verwechseln jedoch die Mühen einer Umstellungsphase mit dem eigentlichen Ziel, aktiver und weniger belastet am Leben teilzuhaben.

Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten lassen sich meist nicht vom einen auf den anderen Tag umstellen. Ein Richtwert sagt, dass es rund sechs Wochen dauert, bis Körper und Geist sich von alten Gewohnheiten lösen und auf neue einstellen. Geben Sie daher nicht zu früh auf und verzweifeln Sie nicht, wenn es Ihnen anfangs schwer fällt, sich vom alten Trott zu lösen. Nach ein paar Wochen werden Sie sich umgestellt haben und spüren, wie gut Ihnen ein gesundheitsbewussteres Leben tut.

Es ist nie zu spät, Nichtraucher zu werden!

Lungenkrebs Leben als Raucher

Als Lungenkrebspatient sollten Sie daher mit allen Kräften versuchen, Nichtraucher zu werden. Gerade wenn Sie unter Beschwerden aufgrund der Erkrankung leiden oder wenn Ihre Lungenfunktion und Ihre Belastbarkeit durch die Behandlung abgenommen haben, werden Sie selbst eine deutliche Besserung ihres Befindens spüren, wenn es Ihnen gelingt, das Rauchen einzustellen oder die Anzahl der gerauchten Zigaretten zu vermindern. Ihr Arzt wird Sie bei Ihrem Anliegen unterstützen. Er kann Ihnen mit Informationen etwa über Raucherentwöhnungsprogramme oder Selbsthilfegruppen und gegebenenfalls mit Medikamenten (z.B. Nikotinpflaster) helfen.

Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf das Berufsleben?

Wenn Sie vor Ausbruch des Lungenkrebses berufstätig waren, stellt sich nach erfolgreicher Behandlung der Erkrankung die Frage nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz. Ausschlaggebend ist dabei sowohl, welcher Tätigkeit Sie nachgegangen sind, als auch, unter welchen Einschränkungen Sie durch die Krankheitsfolgen leiden. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, welche Tätigkeiten er für geeignet hält, damit es nicht zu gesundheitlichen Komplikationen kommt.

Als Krebspatient haben Sie Anspruch auf eine ganze Reihe von Sozialleistungen (für ausführliche Informationen vgl. Linkliste am Ende dieses Textes). So besteht grundsätzlich der Anspruch, schrittweise ins Berufsleben zurückzukehren. Das kann auch eine Umschulung beinhalten, falls diese aus medizinischen Gründen erforderlich ist.

Ansprechpartner sind neben Ihrem behandelnden Arzt die Krankenkassen, die Arbeitsagentur, aber auch andere Sozialleistungsträger, die Sie gegebenenfalls an die zuständigen Stellen weitervermitteln werden. Hilfe bei Schwierigkeiten im Arbeitsverhältnis, etwa einer drohenden Kündigung, leisten die sogenannten Hauptfürsorgestellen, die in der Regel über die Integrationsämter der einzelnen Bundesländer erreicht werden können.

Was ist bei Krankengeld und Verrentung zu beachten?

Lungenkrebs Krankengeld Verrentung

Ist die Erwerbsfähigkeit aufgrund der Lungenkrebs-Erkrankung eingeschränkt, kann eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Die Erwerbsminderungsrente wird zunächst meist nur für drei Jahre gewährt. Anschließend wird der Rentenanspruch erneut geprüft.

In besonderen Härtefällen können sich Krebspatienten darüber hinaus an den Härtefonds der Deutschen Krebshilfe wenden, der unter bestimmten Voraussetzungen einmalige Zuschüsse in besonderen Notlagen gewährt.


Links:
Ausführlichere Informationen zu Sozialleistungen bei Krebs bietet Ihnen die Broschüre „040 Wegweiser zu Sozialleistungen“ der Deutschen Krebshilfe e.V. (Stand 2010), die Sie hier als PDF-Datei herunterladen können:
http://www.krebshilfe.de/material-fuer-betroffene.html

Eine kurze Beschreibung des Härtefonds der Deutschen Krebshilfe sowie Informationen zur Kontaktaufnahme finden Sie hier:
http://www.krebshilfe.de/haertefonds.html


Quellen:
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: „Lungenkrebs – Leben mit der Erkrankung.“

Beckmann I-A, Tiedt J: „Wegweiser zu Sozialleistungen. Informationen und Hinweise. Die blauen Ratgeber Band 40.“ hrsg.v. Deutsche Krebshilfe e.V. (2010).

Autor:
Jan Groh

Bildnachweis:
Abb. 3 („Bin krank“): © eyezoom1001 – Fotolia.com

Quelle: http://www.lungenkrebs.de