Friedrich Wagner, 67, Buchhalter:
"Einfache Momente des Glücks, zu teilen und mitzuerleben, ist einfach wundervoll."

Krankheitsbewältigung

Umgang mit der Diagnose Krebs - Den eigenen Weg finden

Lungenkrebs Umgang mit der DiagnoseKrebs verbinden viele Menschen mit Tod, Sterben und Schmerzen. Wie einen Schock erleben es viele, wenn ihnen die Diagnose Krebs mitgeteilt wird. Jedoch verarbeiten die Betroffenen die Diagnose auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Für jeden gilt es, einen eigenen Weg zu finden und diesen zu gehen. Dabei sollte vor allem die Lebensqualität im Vordergrund stehen. Wenn Sie (oder einer Ihrer Angehörigen) selbst betroffen sind, können Ihnen folgende Empfehlungen vielleicht weiterhelfen und wegweisend sein.

Sprechen Sie offen darüber

Krebs sollte kein Tabuthema sein. Es ist daher wichtig, möglichst offen über das Thema Krebs sowie den damit verbundenen Befürchtungen und Sorgen zu sprechen. Der gegenseitige Austausch von Gefühlen innerhalb der Familie oder im Freundeskreis kann entlastend wirken und Kraft und Zuversicht schenken. Sie selbst sollten jedoch entscheiden, inwieweit Ihnen diese Gespräche „gut tun“. Bedenken Sie: Sie haben trotz der Erkrankung die Kontrolle über Ihr Leben und können daher Ihr Wohlbefinden beeinflussen. Erhalten Sie sich diese Selbstkontrolle und begeben Sie sich nicht zu weit in eine Krankenrolle. Auf der einen Seite heißt es also, Hilfe annehmen zu lernen und auf der anderen Seite weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen.

Machen Sie einen Schritt nach dem anderen

Es heißt nun Schritt für Schritt voranzugehen und sich auf das zu konzentrieren, was gerade ansteht. Gedanken, die sich mit in weiter Ferne liegenden Behandlungen beschäftigen, können zusätzlich belasten und Gefühle der Überforderung und der Hilflosigkeit bewirken. Daher ist ein genauer Behandlungsplan in überschaubaren Etappen von Vorteil: angefangen von Diagnostik/Untersuchungen über Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie, zielgerichtete Therapie bis hin zur Rehabilitation und Nachsorge.

Informieren Sie sich

Viele Betroffene und Angehörige berichten von den bereits angesprochenen Überforderungs- sowie Hilflosigkeitsgefühlen. Meist entstehen diese durch Unkenntnis über die Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten. Informieren Sie sich daher z.B. im Gespräch mit Ihrem Arzt oder über Broschüren, Bücher, Internet, Krebsinformationsdienste sowie Selbsthilfegruppen. Das Wissen über die eigene Erkrankung kann darüber hinaus bedeutsam für weitere Behandlungsentscheidungen sein sowie den Umgang mit möglichen Nebenwirkungen erleichtern.

Eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient

Lungenkrebs Beziehung Arzt-Patient

Was Sie noch wissen sollten

Eine Krebserkrankung ist eine anhaltende körperlich und seelisch belastende Lebenssituation. Gefühle wie Trauer, Wut und Angst sind Bestandteil der Krankheitsverarbeitung. Deswegen ist es sinnvoll, aktiv für Wohlbefinden und Entspannung zu sorgen. Die Krankheit sollte nicht immer die Hauptrolle in Ihrem Leben spielen. Suchen Sie Ablenkung in Dingen, die Ihnen Freude bereiten. Ob ein Spaziergang, das Lesen eines guten Buches oder kreatives Gestalten, ganz gleich welche positive Beschäftigung Sie für sich finden, sie trägt zur Steigerung Ihrer Lebensqualität bei. Auch Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder die Muskelentspannung nach Jacobson können das Abwehrsystem stärken, Schmerzen lindern und Gefühle von Gelassenheit sowie Harmonie schaffen.

Des Weiteren kann Optimismus die Bewältigung der Erkrankung positiv beeinflussen. Hierbei geht es nicht um starr oder zwanghaft positives Denken, sondern um das Bewusstmachen von eigenen Stärken und Kompetenzen und eine gewisse positive Grundhaltung zum Leben. Eine weitere emotionale Unterstützung können Selbsthilfegruppen bieten. Gerade bei einer Krebserkrankung ist es wichtig, von den Erfahrungen ebenfalls Betroffener zu profitieren.

Lesen Sie mehr zum Thema:

 

Quellen:
Delbrück H.: Lungenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart (2009).

Larbig W, Tschuschke V: Psychoonkologische Interventionen. Therapeutisches Vorgehen und Ergebnisse. Ernst Reinhardt Verlag, München (2000).

Tschuschke V: Psychoonkologie. Psychologische Aspekte der Entstehung und Bewältigung von Krebs. 3. Auflage. Schattauer Verlag, Stuttgart (2010).

 

Autor:
Kathrin Sommer

Quelle: http://www.lungenkrebs.de