Sport & Ernährung
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Sport & Ernährung

Leben Sie gesundheitsbewusst

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität sind wichtig für die Gesundheit – nicht nur, um durch einen gesunden Lebensstil dem Risiko für bestimmte Krebsarten vorzubeugen, sondern auch, um sich während und nach einer Krebserkrankung zu erholen und das Allgemeinbefinden und die Lebensqualität zu steigern. Was Sie essen oder wie Sie sich körperlich betätigen – es sollte Ihnen Spaß machen!

Ernährung bei Krebs

Krebskranke können sich genauso ernähren, wie es auch Gesunden empfohlen wird, allerdings können die Tumorart und die Behandlung Essen und Trinken erschweren. Zusätzlich beeinflussen der Allgemeinzustand und das Lebensalter sowie eventuelle Vorerkrankungen und Begleiterkrankungen, ob ein normales Essen und Trinken möglich ist. Spezielle Krebsdiäten werden nicht empfohlen, da sie meist zu einseitig sind, zur Gewichtsabnahme führen können und es bisher keine ausreichenden Beweise gibt, dass die Diäten dazu beitragen, das Wachstum von Tumoren zu vermindern oder gar zu stoppen. Die meisten Krebspatienten können es sich nicht leisten, an Gewicht zu verlieren und sich z.B. rein vegetarisch oder vegan oder ohne Kohlenhydrate zu ernähren – der Körper muss stark und fit bleiben.

Sie sollten Ihre Ernährungsgewohnheiten sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen und ihn vor größeren Umstellungen unbedingt konsultieren. Nahrungsergänzungsmittel als Tabletten, Pulver oder Saft mit Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren oder Auszügen aus Pflanzen können eine gesunde Ernährung nicht ersetzen. Ohne ärztliche Kontrolle können sie sogar schaden und unter Umständen die Wirksamkeit Ihrer Behandlung beeinflussen. Ihr Arzt muss daher über die Einnahme solcher Präparate oder den Verzicht auf sie informiert sein, auch wenn Sie dadurch von den ärztlichen Empfehlungen abweichen.

Viel und ausgewogen essen

Sind die Ernährungssituation und der Allgemeinzustand gut, spricht nichts dagegen, alles zu essen, was schmeckt und gesund ist – am besten abwechslungsreich und vollwertig essen und trinken: reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln, täglich Obst und Gemüse sowie Milch und Milchprodukte, wenig Fett und fettreiche Produkte, ein- bis zweimal Fisch in der Woche, Fleisch, Wurst und Eier in Maßen und viel trinken.

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Essen und trinken worauf man Lust hat

Vor allem für Lungenkrebspatienten ist es wichtig, auf das Körpergewicht zu achten und nicht zu viel abzunehmen – essen Sie, worauf Sie Lust haben! Zum einen sind Patienten mit Lungenkrebs oft eher normal- oder untergewichtig, da es unter ihnen viele Raucher gibt. Zum anderen können sie weiter an Gewicht verlieren, wenn während der Behandlung eine Appetitlosigkeit und Übelkeit hinzukommen. Untergewichtige Patienten leiden oft mehr unter Erschöpfung, erholen sich eventuell langsamer von den Behandlungen und sind anfälliger gegenüber Infekten. Ob bereits vor der Therapie eine Mangelernährung besteht, wird bei den ersten Untersuchungen mit aufgenommen. Eine optimierte Ernährung, Zusatznahrungen oder Ernährung durch Infusionen können dem Gewichtsverlust entgegensteuern. Im Krankenhaus und in der Reha wird großer Wert auf Ernährungsberatung gelegt und bei Bedarf die Ernährung an die jeweilige individuelle Situation angepasst – solange bis sich der Gesundheitszustand verbessert hat und keine Mangelerscheinungen mehr vorliegen.

Tipps und Tricks

Essen Sie in angenehmer Umgebung, am besten in Gesellschaft und kochen Sie häufiger Ihre Lieblingsgerichte. Wenn Ihnen das Essen nicht schmeckt oder Sie nicht essen können, dann probieren Sie einmal aus, ob Ihnen diese Tricks helfen:

  • verändertes Geruchsempfinden: Speisen abkühlen lassen, dann riechen sie weniger.
  • verändertes Geschmacksempfinden: Plastikbesteck kann den Metallgeschmack verringern.
  • Durchfall und Übelkeit: Es kann helfen, viel zu trinken und Nahrung zu meiden, die den Magen reizt, wie z.B. Kaffee, Alkohol, saure und zu fette Speisen.
  • Schluckbeschwerden: Obst oder Gemüse als Kompott oder Smoothie zubereiten, mit Sahne werden sie zur „Energiebombe“.
  • Appetitlosigkeit: Es können mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich genommen werden.

Sie möchten noch mehr zum Thema Ernährung bei Krebs erfahren? Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Krebsinformationsdienstes . Auch das Tumorzentrum München bietet auf seiner Webseite hilfreiche und interessante Informationen zu diesem Thema.

Bewegung und Sport bei Krebs

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Noch vor ein paar Jahrzehnten empfahl man Krebspatienten, sich zu schonen – das gilt heute nicht mehr. Im Gegenteil: Laut der deutschen Krebsgesellschaft kann eine regelmäßige sportliche Betätigung einem Krebspatienten helfen, ihr körperliches und seelisches Befinden zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern.Falls es möglich ist, sollte auch schon in der akuten Behandlungsphase damit begonnen werden.

Von Lungenerkrankungen betroffene Menschen müssen ihre körperliche Belastung auf die Leistungsfähigkeit ihres Atmungsorgans abstimmen. Übertriebene Anstrengungen führen zu einer Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff, die eher schadet. Welche Aktivitäten für Sie infrage kommen, sollten Sie daher mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Er kann Sie unter Umständen zu einem speziellen Lungentraining, der sogenannten Lungenrehabilitation überweisen. Dabei werden gezielt die Atemmuskeln gekräftigt und die Leistungsfähigkeit des Körpers ausgebaut, denn trainierte Muskeln verwerten Sauerstoff effizienter. Dadurch kommt es erst bei höheren Belastungen zu einem Sauerstoffmangel. Körperliche Aktivität lohnt sich – auch bei Patienten mit einem fortgeschrittenen NSCLC kann ein auf sie abgestimmtes Training die Muskelkraft und Belastbarkeit erhöhen.

Darüber hinaus gehören Entspannungstechniken und spezielle Atemübungen zur Lungenrehabilitation. Sie helfen, Luftnot (Dyspnoe) zu vermeiden, und verringern Angst und Stress, die im Zusammenhang mit Lungenerkrankungen auftreten können.

Sie möchten noch mehr zum Thema Sport bei Krebs erfahren? Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Krebsinformationsdienstes. Auch die Deutsche Krebsgesellschaft bietet auf ihrer Webseite hilfreiche und interessante Informationen zu diesem Thema.

Quellen:

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung; www.dge.de
  2. Deutsche Krebshilfe. Ernährung bei Krebs. Die blauen Ratgeber, Nr. 46; www.krebshilfe.de
  3. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg; www.krebsinformationsdienst.de
  4. Deutsche Krebsgesellschaft; www.krebsgesellschaft.de
  5. Deutsche Krebshilfe. Bewegung und Sport bei Krebs. Die blauen Ratgeber, Nr. 48; www.krebshilfe.de