Friedrich Wagner, 67, Buchhalter:
"Einfache Momente des Glücks, zu teilen und mitzuerleben, ist einfach wundervoll."

Ernährung

Ideal: Viel pflanzliche Kost, wenig Fleisch, keine Vitamin-Präparate

Lungenkrebs Ernährung

Ernährung und Krebsrisiko

Wenn von einem Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Krebsrisiko gesprochen wird, denken viele Menschen zuerst an einzelne Fremdstoffe in der Nahrung, die vielleicht giftig sein und dadurch kurz- oder langfristig Krebs auslösen könnten. Solche Fremdstoffe gibt es tatsächlich – z.B. können Giftstoffe aus bestimmten Schimmelpilzen langfristig zu Leberkrebs führen. Doch ihre Bedeutung für die Entstehung von Krebs ist aufgrund der Lebensmittelstandards in entwickelten Ländern nur gering.

Von großer Relevanz ist hingegen der Zusammenhang, der zwischen dem Körpergewicht sowie der Zusammensetzung der Nahrung und dem individuellen Krebsrisiko besteht. Umfangreiche Studien haben wiederholt nachgewiesen, dass ein stark erhöhtes Körpergewicht und ein hoher Anteil von rotem oder verarbeitetem Fleisch an den Mahlzeiten das Krebsrisiko erhöhen.

Allgemein wird pro Tag der Verzehr von wenigstens 400g Gemüse oder Früchten empfohlen. Der Verzehr an rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) sollte 500g pro Woche nicht überschreiten. Der Anteil an verarbeitetem Fleisch (Wurst, Räucher- oder Pökelwaren u.a.) sollte dabei möglichst gering sein. Zusätzlich wird geraten, zuckerhaltige Getränke nach Möglichkeit zu meiden und Alkohol nur in geringen Mengen zu konsumieren (nicht mehr als 1 Glas Wein pro Tag für Frauen bzw. 2 Gläser Wein pro Tag für Männer).

Vitamin- und Mineralienpräparate werden zur Vorbeugung von Krebs nicht empfohlen. Derartige Nahrungsergänzungsmittel beeinflussen den Körperstoffwechsel anders als natürlicherweise vorkommende Vitamine etwa in Obst oder Gemüse. Deshalb besteht kein Widerspruch zwischen der Empfehlung einer obst- und gemüsereichen Ernährung und der Feststellung, dass Vitaminpräparate nicht vor Krebs schützen. Im Hinblick auf die Vorbeugung gegen Lungenkrebs sind Vitamin-A- und Beta-Carotin-Präparate für Raucher sogar schädlich, da sie das Lungenkrebsrisiko erhöhen.

Rolle des Körpergewichts

Lungenkrebs Körpergewicht

Um allgemein der Entstehung von Krebs (z.B. Darmkrebs, Brustkrebs) möglichst wirksam vorzubeugen, sollte der BMI nach den aktuellen Empfehlungen im jungen Erwachsenenalter eher zu niedrignormalen Werten tendieren und im weiteren Leben stabil gehalten werden. Bei Lungenkrebs besteht allerdings ein anderer Zusammenhang. Er tritt bei Übergewichtigen tendenziell etwas seltener auf als bei Normal- und Untergewichtigen. Die Ursache dafür liegt in der herausragenden Bedeutung des Rauchens als Risikofaktor für Lungenkrebs. Da viele Raucher eher normal- oder untergewichtig sind, kann bei Lungenkrebspatienten die Gefahr bestehen, dass durch die anstrengenden Therapien zusätzlich Gewicht verloren wird. Untergewichtige Patienten leiden oft mehr unter Erschöpfung und erholen sich eventuell langsamer von den Behandlungen.

Ernährung während der Krebserkrankung

Lungenkrebs gesunde Ernährung

Sie sollten Ihre Ernährungsgewohnheiten sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen und ihn vor größeren Umstellungen unbedingt konsultieren. Nahrungsergänzungsmittel können unter Umständen die Wirksamkeit Ihrer Behandlung beeinflussen. Ihr Arzt muss daher über die Einnahme oder den Verzicht auf solche Präparate informiert sein, auch wenn Sie dadurch von den ärztlichen Empfehlungen abweichen. Der Arzt ist Ihr Behandlungspartner und wird Sie auch dann mit aller Sorgfalt behandeln, wenn Sie sich mit ihm einmal nicht über eine Maßnahme einigen können.

Während einer Chemo- oder Strahlentherapie leiden viele Patienten an Nebenwirkungen der Behandlung. Kommt es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Entzündungen in Mund, Magen oder Darm, fällt es vielen Betroffenen schwer, ihr Gewicht zu halten und den Organismus ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Behandlungserfolge größer ausfallen, wenn Krebspatienten innerhalb von drei Monaten nicht mehr als fünf Prozent (ein Zwanzigstel) ihres Ausgangsgewichts vor dem Beginn der Therapie verlieren.

Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, falls Sie einen stärkeren Gewichtsverlust während der Therapie bemerken. Eine optimierte Ernährung, Zusatznahrungen oder Ernährung durch Infusionen können dem Gewichtsverlust entgegensteuern.

Bei schmerzhaften Entzündungen infolge einer Chemotherapie sollten Sie viel trinken. Dadurch können die Beschwerden oft gebessert werden.


Lesen Sie mehr zum Thema unter: 


Quellen:
„Ernährungsbericht 2008.“ hrsg.v. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. DGE-Medien-Service, Bonn (2008).

Courneya KS et al.:
Physical activity and obesity in Canadian cancer survivors: Population-based estimates from the 2005 Canadian Community Health Survey. Cancer 2008; 112(11):2475-2482

Slatore CG et al.: Long-term use of supplemental multivitamins, vitamin C, vitamin E, and folate does not reduce the risk of lung cancer. Am J Respir Crit Care Med 2008; 177(5): 524-530

Krebskongress: Gewichtskontrolle ein Muss in der Krebstherapie. Journal Med, 25.02.2008, www.journalmed.de.

Renehan AG et al.: Body-mass index and incidence of cancer: a systematic review and meta-analysis of prospective observational studies. Lancet 2008; 371(9612): 569-578

Wiseman M: The second World Cancer Research Fund / American Institute for Cancer Research expert report. Food, nutrition, physical Activity, and the prevention of cancer: a global perspective. Proc Nutr Soc 2008; 67(3):253-256

Autor:
Jan Groh

Bildnachweis:
Abb. 2 (Waage)  © philipus – Fotolia.com

Quelle: http://www.lungenkrebs.de