Unsachgemäße Entfernung asbesthaltiger Eternitplatten durch Firma
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Unsachgemäße Entfernung asbesthaltiger Eternitplatten durch Firma

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Autor Unsachgemäße Entfernung asbesthaltiger Eternitplatten durch Firma
mami40
09.06.2016 - 13:45 Uhr

Sehr geehrte Frau Dr. Serke,

ich habe vor kurzem ein altes Haus gekauft. Nun habe ich große Angst um mich und meinen Sohn, da sich nach der Entfernung von asbesthaltigen Eternitplatten (ca. 40 qm am letzten Freitag) von einem Gartenschuppen durch eine Firma herausgestellt hat, dass die Demontage unsachgemäß durchgeführt wurde. Die Firma hatte die durch Dauerregen in den letzten Tagen nassen Platten vor Abbau von dem ebenfalls nassen Moos (9 Säcke à ca. 40 kg) mit Spachtel und Handfeger entfernt. Bei Nachfrage (ich habe dazu das Fenster in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Gartenschuppen aufgemacht) sagten sie, dass sie das machen müssen da die Platten sonst brechen. Das nasse Moos sei sehr viel und schwerer als die Platten. Das gelöste Moos wurde zunächst einfach vom Dach gebürstet und fiel auf den Rasen. Nach meiner Frage und meiner Aufforderung das Moos zu entfernen, haben sie dann eine Plane auf den Rasen gelegt, die den meisten Teil des Mooses aufgefangen hat, aber leider nicht alles. Die losen Stücke im Rasen haben sie per Hand aufgelesen. Die abgebauten Eternitplatten lagen, bevor sie in Bigpacks verpackt wurden, direkt auf dem Rasen. Nach Beendigung der Arbeiten habe ich dann über das Wochenende immer wieder kleine Eternitstücke mit und ohne Moss im Garten gefunden. Zudem habe ich aus dem Fenster im zweiten Stock meines Wohnhauses gesehen, dass die über der Hälfte des Schuppens angebrachte Zwischendecke auch noch voller Moos und irgendwelchem Sperrmüll liegt. Die Oberfläche dieser Zwischendecke ist also uneben und das Moos in den Zwischenräumen verteilt. Ich nehme an, dass die immer wieder auftauchenden Stücke im Garten von dieser Zwischendecke runtergeweht wurden. Außerdem wuchert an der Schuppenwand auch sehr viel Efeu, was eventuell auch noch Reste enthält. Ich habe die Firma kontaktiert und um Entfernung gebeten. Sie haben das Zeug dann per Hand am Montag eingesammelt. Dabei hat sich aber ein bisschen weißer Staub auf der Dachunterkonstruktion gezeigt, der vorher nur im Bereich der Schrauben zu finden war. Das Hochheben des inzwischen getrockneten Mooses hat also vermutlich darin gebundene Asbestfasern freigesetzt. Durch den dort oben vorhandenen Sperrmüll ist auch noch ein feiner Erdrest verblieben. Nun habe ich 3 Tage nach dieser Aktion wieder drei neue kleine Stücke auf dem Rasen gefunden und in höherem Gras auch noch einige der Schrauben.

Ich habe einen 4 jährigen Sohn, der normalerweise genau in diesem Bereich im Garten spielt. Seit Freitag habe ich meinen Sohn und meine Katze nicht mehr in den Garten gelassen. Der Schuppen ist vielleicht 3-4 m von meinem Haus entfernt. Ich hatte in der Zeit der Demontage 2 mal das Fenster und nach Abschluss der Arbeiten die Terrassentür auf, weil ich mit den Arbeitern sprechen musste. Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll und wie groß die Gefahr ist, dass ich schon etwas eingeatmet habe oder sogar Fasern in die Wohnung gekommen sind (etwas über die Hälfte der Demontagezeit hatte es geregnet). Außerdem frage ich mich, ob das Einsammeln der Reste von dem Rasen ausreicht, um meinen Sohn, meine Katze und mich auch vor späterem Faserkontakt zu schützen. Geht das Zeug irgendwann ins Erdreich und ist es dann dort gebunden? Bekannte haben mir davon abgeraten mich direkt an ein Amt zu wenden, da das ungeheure kostenintensive Nachbehandlungen mit Bodenabtragung nach sich ziehen würde, die ich überhaupt nicht bezahlen könnte. Man sagte mir auch, dass die Behörden aus Sicherheitsgründen immer vom schlimmsten Fall ausgehen müssen und daher die Arbeiten manchmal übertrieben sind. Ich habe wirklich schreckliche Angst, v.a. um meinen Sohn, und mache mir solche Vorwürfe, obwohl die Firma mir versichert hatte, dass sie sich mit der fachgerechten Demontage und Entsorgung von Asbeststoffen auskennt. Ich dacht, die müssen ja wissen was sie tun. Mir war nur nicht klar, wie viele Eternitstücke bei dem Abtragen des Mooses ebenfalls abgetragen wurden, da das Dach total verwittert war (das war auch der Grund, warum ich es schnellstens los werden wollte).

Was kann und muss ich jetzt tun? Wie groß ist die Gefahr?

Herr Dr. med. Heigener
09.06.2016 - 18:33 Uhr

Als Lungenkrebs-Spezialist ist man nicht automatisch Sachverständiger für die Entsorgung von Asbest. Somit kann ich die Frage technisch nicht beantworten. Grundsätzlich ist das Risiko einer asbestassoziierten Erkrankung extrem gering. In der Regel betrifft es nur Personen, die beruflich jahrelang mit diesem Stoff in Berührung gekommen sind, indem sie ihn selbst verarbeitet haben oder sich in unmittelbarer Nähe der Verarbeitung arbeitstäglich aufgehalten haben. Es klingt nicht so, als wären nun relevante Mengen des Stoffes zurückgeblieben, aber das kann ich so -wie gesagt- nicht beurteilen.