operation ja oder nein?
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operation ja oder nein?

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Autor operation ja oder nein?
kurt
13.11.2010 - 14:29 Uhr
Sehr geehrter Expertenrat,

Operation ja oder nein, wenn es nach dem untersuchenden Krankenhaus gehen würde, würde ich schon längst unter dem Messer liegen. Da ich aber eine Barriere Angst vor Op habe, hole ich zwar ein zweites Gutachten ein.
Was sagen Sie zu dem Befund:
CT-gesteuerte Biopsie an der Lunge vom 27.10.2010/14:31 Uhr:
In Bauchlage des Patienten orientierende Spiral-CT des mittleren Thoraxdrittels mit Darstellung des rasch größenprogredienten polyzyklischen und zunehmend den Unterlappenbronchus ummauernden 5cm-TU im linken Unterlappen. Fluoro-CT-geplant und -gesteuert unter sterilen Kautelen tiefe LA aus der hinteren Axillarlinie links inkl. Pleura, im selben Punktionspfad Einbringen des 17G-True guide und mit einmaliger Pleurapenetration promptes Entern des lateralen Tumorrandes im ventralen Anteil, da hier keine größerenGefäße/Bronchusverletzungen zur erwarten. Koaxial (18G) 5-malige Hochgeschwindigkeits-Biopsie, unter Fächerung und Rotation des Sargschliffes werden jeweils helle solide Stanzzylinder, teils mit anhängendem Lungenparenchym, jedoch ohne einen einzigen anthrakotischen Einschluss gewonnen. Nach vollständiger Nadelentfernung und sterilem Wundverschluss in der Kontroll-Spiral-CT bis auf eine Kontusion längs des Punktionspfades status idem, insbesondere kein Pneumothorax. Der exzellent kooperierende Patient, der die Intervention schmerzfrei vertrug, eilte zu Fuß (der angebotene Rücktransport wurde ausgeschlagen) zügigst auf Normalstation, auf der er bereits 2 Minuten später noch während des telefonischen Konsils eingetroffen war. Pathologisch-anatomischer Befund: CT-gesteuerte Biopsie linker Lungenunterlappen:
Undifferenziertes großzelliges Carcinom mit ausgedehnten Nekrosen. Die immunhistochemischen Zusatzuntersuchungen stehen noch aus. Nachbericht folgt.
Nachbericht: Ergebnis der immunhistochemischen Untersuchungen am Tumorgewebe: CK7: positiv. CK5/6: negativ. TTF1: negativ. Das immunhistochemische Antikörperprofil spricht für ein gering differenziertes Adenocarcinom, die TTF1-Negativität schließt einen Primarius der Lunge nicht aus.
Bronchoskopie vorn 26.10.2010:
bis auf leichtgradige chron. atroph. Bronchitis unauff., kein endoluminaler Tumor.
Pathologisch-anatomischer Befund: Bronchiallavage: Eingebettet in Schleim Granulozyten, Lymphozyten, Plasmazellen, eisennegative Alveolarmakrophagen, Bakterienkolonien und regressiv veränderte Zylinderepithelzellen.
Kein Anhalt für Malignität.

Wenn ich meine Hausärztin richtig verstanden habe ja / nein - keiner weiß es so recht. Ich selbst bin fit, keine Gewichtsabnahme, kein Schwitzen nachts, betreibe Sport, war Raucher und habe vor 75 Tagen aufgehört und auch seitdem keinen Husten mehr, Jahrgang 1947. Was sagen die Experten?

Danke
kurt
Frau Dr. med. Serke
17.11.2010 - 12:08 Uhr
Lieber Kurt,

ein Lungenkarzinom sollte, wenn irgend möglich, operativ entfernt werden, und eventuell zytostatisch (mit Chemotherapie) nachbehandelt werden. Wesentlich ist die Information über die Tumorausdehnung (Tumorstadium), über einen ev. Lymphknotenbefall und darüber, ob Fernabsiedlungen (Metastasen) vorliegen. Diese Informationen werden vom behandelnden Arzt in einer Tumorformel, z.B. T2aNxMx oder in einem Tumorstadium, z.B. IB angegeben, dieses finde ich im Bericht nicht über Sie, weshalb ich nur eingeschränkt antworten kann.

Häufig kann diese Information über ein PET gewonnen werden.
Sollte es sich ausschließlich bei Ihnen um den 5 cm großen Tumor ohne Fernabsiedlunngen oder Lymphknotenbefall handeln, wäre im Stadium IB die OP die Therapie der Wahl, verbunden mit recht guten Heilungschancen. Wahrscheinlich würden wir bei über 4 cm großen Tumor nach der OP zu einer vorbeugenden Chemotherapie raten.

Also:
- Bitte klären Sie, welche Tumorausdehnung (Tumorstadium ) vorliegt,
- liegt ein Stadium IB vor, ist die OP die Therapie der Wahl.

mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Serke