Lungenkrebs mit Pleuraerguß
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Lungenkrebs mit Pleuraerguß

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Autor Lungenkrebs mit Pleuraerguß
Sandra
11.02.2011 - 21:49 Uhr
Guten Abend, Ich bin heute zum ersten Mal hier und brauche dringend ihren Rat. Wir haben gestern den Befund von unseren Vater (71 Jahre) erhalten. Er hat ein nicht-kleinzelliges Adenokarzinom der Lunge (cT4N+M1pleural). Der Tumor liegt im linken Oberlappen und ist 3,2cm groß. Die linke Lunge ist fast ganz mit Wasser gefüllt. Am Dienstag 15.2 beginnt die Chemotherapie. Ihm bleibt ja gar keine andere Therapiemöglichkeit. Der EGFR Mutationstest war negativ. Wäre eine Regional-Chemo in seinem Zustand möglich? Die ganze Lungenhaut sei befallen. Er hat aber keine Knochen- oder Hirnmetastasen. Man sagte uns auch, dass, auch wenn der Tumor sich verkleinert, keine Operation möglich sei. Was ist ihre Meinung dazu? Was hat er für eine Lebenserwartung? Hätten wir uns doch eine Zweitmeinung bei diesem schweren Krankheitsbild einholen sollen? Je mehr man versucht herauszufinden über diese Krankheit um irgendwie helfen oder bestmöglich therapiert zu werden, um so mehr steigt auch die Angst. Bei der Chemo werden Carboplatin und Taxol angewendet. Erstmal 4 Chemos mit einer 3wöchigen Pause dazwischen. Denken sie, dass es die richtigen Zytostatika sind? Können sie mir den Begriff Tumormarker mit eigenen Worten erklären? Dabei stand noch am Befund CA 19-9. Was heißt das? Und was bedeutet: Proliferationsfraktion liegt bei etwa 20% bei der Reaktion mit KI67? Wir haben uns zwar Kopien von den Befunden geben lassen, aber als Laie kann man so gut wie nix davon verstehen. Danke das sie sich die Mühe machen meine Fragen zu beantworten, vielleicht haben sie aus ihren Erfahrungen irgend einen hoffnungsreichen Rat. Ich bin für jede Unterstützung DANKBAR!!!
Frau Dr. med. Serke
14.02.2011 - 09:53 Uhr
ich versuche, alle Fragen der Reihe nach zu beantworten:
ich nehme an, dass der Befall des Rippenfells (M1 pleural) zytologisch (Tumorzellen im Erguss) gesichert wurde.

- liegt ein Befall der Pleura vor, ist Strahlentherapie meist nicht angebracht
- eine OP nach Chemotherapie ist nur dann sinnvoll, wenn kein Pleurabefall vorliegt
- die angewandte Chemo-Kombination ist eine der infrage kommenden Standard-Regime
- Tumormarker sind beim Lungenkarzinom zur Diagnostik in der Regel nicht sinnvoll, zur Verlaufskontrolle werden sie nur in Einzelfällen untersucht (wir untersuchen routinemäßig keine Tumormarker)
- die Wachstumsfraktion ist nicht sehr hoch, dies hat aber wenig Konsequenzen.
- Die Lebenserwartung ist eingeschränkt, wichtig im Verlauf wird sein, ob der Tumor auf die Therapie anspricht und wie sich der Allgemeinzustand des Patienten entwickelt;

Ein Vorschlag wäre, zu überlegen, ob nicht eine Thorakoskopie und Talkumpleurodese zur Entlastung des Ergusses und Vermeiden des Nachlaufens des Ergusses sinnvoll sein könnten, da offenbar viel Flüssigkeit in der Lunge ist.
Bitte besprechen Sie alle diese Fragen mit dem behandelnden Arzt, da dieser sicher einen besseren Überblick über den Zustand des Patienten hat, als es bei einer solchen Anfrage möglich ist.