Ernährung Tu dir was Gutes


Ernährung

Die Mischung machts

Gesunde Mischung Nährstoffe

Gesunde Ernährung ist wichtig - das wissen wir alle. Denn sie ist eine der wichtigsten Grundlage für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden. Ohne die richtigen und ausreichenden Nährstoffe sind wir kaum leistungs- oder konzentrationsfähig und es mangelt unserem Körper an der notwenigen Energie - für Menschen mit Lungenkrebs gilt das besonders.

Doch was macht eine gesunde Ernährung - vor allem bei Krebs - aus? Eine spezielle Krebs-Diät gibt es nicht. Wie für alle Menschen gilt: Die Mischung machts. Optimalerweise besteht unsere Ernährung zu rund drei Vierteln aus Getreideprodukten, Gemüse, Salat und Obst. Tierische Produkte sollen unsere Ernährung in kleinen Mengen ergänzen. Gesunde Öle und Fette - wie Omega-3 - sollten nur einen kleinen Teil darstellen.

Doch auch ausreichend zu Trinken ist wichtig für die Gesundheit. Jeder Mensch sollte mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen. Am besten in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee. Zusätzlich dazu sind aber auch kalorienreiche Getränke empfohlen.

Welche Rolle spielt das Körpergewicht

Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, mögliche Nebenwirkungen einer onkologischen Behandlung zu lindern. Patienten haben so die Möglichkeit, den Therapieverlauf aktiv positiv zu beeinflussen und ihre Heilungschancen zu verbessern.

Vor allem können sie so einem möglichen Gewichtsverlust als Folge der Krankheit und der Behandlung entgegenwirken - und das ist wichtig. Denn das Körpergewicht hat entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Behandlung. Zum einen wirken sich allgemeines Untergewicht und starker Gewichtsverlust negativ auf das allgemeine Wohnbefinden aus. Zum anderen kommen bestimmte Therapieformen nur bei einem ausreichend stabilen Gewicht in Frage.

Deshalb ist es wichtig, Untergewicht und Defizite zu erkennen. Das geht am einfachsten über den sogenannten Body-Maß-Index. Er beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße.

Mit dem BMI das ideale Gewicht bestimmen

Bei Erwachsenen sollte der BMI zwischen 18,5 und 24,9 liegen. Der Verdacht auf Mangelernährung besteht in der Regel bei einem BMI unter 18,5 oder wenn ein Patient innerhalb von 3-6 Monaten unbeabsichtigt mehrere Kilogramm Körpergewicht verliert.

BMI Formel

Wenn du den Verdacht hast, an Untergewicht zu leiden, sprich schnellstmöglich mit deinem Arzt, um einen passenden Ernährungsplan für dich auszuarbeiten.

Das hilft bei Nebenwirkungen

Onkologische Behandlungen können mitunter schwere Nebenwirkungen verursachen, die das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen: Die Liste der unliebsamen Erscheinungen ist lang. Wir zeigen dir, was du tun kannst, um verschiedene Nebenwirkungen vorzubeugen oder zu lindern. Wie immer gilt: Sprich dich mit deinem Arzt ab - er kann dich mit seinem Fachwissen unterstützen.

Gesellschaft kann helfen

Appetitlosigkeit ist eine der häufigsten Nebenwirkungen.

Das kannst du dagegen tun:

Iss, worauf du Lust hast

  • Verteile dein Tages-Soll auf 6-8 kleinere Mahlzeiten
  • Gute Gesellschaft kann den Appetit anregen
  • Lenk dich während des Essens ab z.B. mit Fernsehen
  • Stell eine Schüssel mit leckeren Kleinigkeiten auf den Tisch
  • Geh spazieren - frische Luft und Bewegung regen den Appetit an
  • Trinke Ingwertee oder Ingwerwasser
Gesellschaft kann helfen

Die Ernährung macht den Unterschied

Auch Durchfall ist eine der häufigeren Nebenwirkungen einer Lungenkrebstherapie. Mit der richtigen Ernährung kannst du dem entgegenwirken.

  • Trinke genug, am besten Wasser, Fenchel-, Kümmel- oder Pfefferminztee
  • Verzichte auf kalte Getränkte, Alkohol, Kaffee, Kohlensäure und Milchprodukte
  • Iss nicht zu stark gewürzt
  • Vermeide Ballaststoffreiche Kost
  • Stopfende Lebensmittel wie Reis, Banane oder bittere Schokolade können helfen
  • Probiere indischen Flohsamen aus – er bindet Wasser
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Vermeide Fett und Hülsenfrüchte

Blähbauchbauch und damit einhergehende Schmerzen sind ebenfalls häufig auftretende Nebenwirkungen. Auch hier kann eine angepasste Ernährung die Beschwerden lindern.

  • Iss leicht verdauliche, fettreduzierte Lebensmittel
  • Kräuter wie Basilikum, Dill, Kümmel oder Thymian unterstützen die Verdauung
  • Vermeide blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, frisches Brot, Kohl oder Zwiebel und schwer verdauliche fettige Lebensmittel wie vollfette Milchprodukte, Frittiertes, unreifes Obst oder Süßigkeiten
  • Iss langsam und kaue gut
  • Verteile ein Essen auf mehreren kleinen Portionen über den Tag
  • Trinke vor und nach dem Essen etwas ohne Kohlensäure
  • Röstprodukte wie z.B. Kaffee und Saures regt die Verdauung an
Vermeide Fett und Hülsenfrüchte

Regelmäßig trinken

Das hilft bei trockenem Mund:

  • Trinke regelmäßig kleine Mengen um die Schleimhäute zu befeuchten
  • Befeuchte deine Lippen mit einem feuchten Tuch
  • Du kannst die Speichelbildung durch kleine Bissen, langes Kauen oder Kaugummis anregen
  • Alternativ kannst du in der Apotheke künstlichen Speichel kaufen
Regelmäßig trinken

Milde statt Schärfe

Schleimhautentzündung ist eine besonders unangenehme Nebenwirkung. So kannst du die Beschwerden lindern:

  • Iss vor allem lauwarme und mild gewürzte Gerichte
  • Vermeide saure Lebensmittel und scharfe Speisen
  • Reichere deine Mahlzeiten mit Soße, Butter oder Sahne an und vermeide krümeliges Essen
  • Kühle Getränke ohne Kohlensäure, Joghurt, Eis, Salbeitee und Honig wirken lindernd
  • Bei langanhaltenden Beschwerden kann dir dein Arzt spezielle Lutschtabletten oder Medikamente zur Magensäurereduktion verschreiben
Milde statt Schärfe

Würze, wie du es magst

Wie Appetitlosigkeit kann auch eine Geschmacksveränderung durch den Tumor selbst oder die Strahlen- oder Chemotherapie verursacht werden. Das hilft:

  • Würze nach deinem eigenen Empfinden
  • Bittere Getränke helfen gegen metallischen Nachgeschmack
  • Kaugummis, Bonbons oder Mundspülungen können den Geschmack verbessern
  • Greife bei Abneigung gegen Fleisch und Fisch auf andere Proteinquellen wie Eier, Milchprodukte oder Hülsenfrüchte zurück
  • Das Lutschen von gefrorenen Ananasstücken kann helfen
  • Trinke häufige kleine Schlucke gegen faden Geschmack im Mund
Würzen

Schonen und pflegen

Trockene, juckende Haut oder brüchige Nägel sind häufige Folgen einer zielgerichteten Therapie. Diese Tipps können helfen:

  • Feuchtigkeitsspendende Pflege kann die Haut vor Austrocknung schützen
  • Sprich mit deinem Arzt über spezielle Cremes
  • Vermeide unnötige Beanspruchung der Haut, enge Kleidung, häufiges Händewaschen und heißes Wasser
  • Schütze deine Haut vor UV-Strahlung
  • Schneide dir die Nägel nicht zu kurz, um Verletzungen der Nagelhaut zu vermeiden
  • Sprich mit deinem Arzt über auftretende Nebenwirkungen während der Therapie
Schonen und pflegen

Zusätzliche Kalorien helfen

Besonders Lungenkrebspatienten sind anfällig für Gewichtsverlust. Dabei brauchen sie genügen Kraft für die Behandlung. Diverse Therapieformen kommen bei zu starkem Untergewicht nicht infrage. Das kannst du tun:

  • Gibt zu jeder Mahlzeit etwas Fett für zusätzliche Kalorien
  • Gehe Gewichtsverlust mit einem Ernährungstagebuch auf den Grund
  • Reichere deine Nahrungsmittel mit Maltrodextrin (Pulver aus Maisstärke) an
  • Greife gegebenenfalls auf besonders kalorienreiche Kost (Astronautennahrung) zurück
  • Sprich mit deinem Arzt auch über eine Ernährungssonde
Zusätzliche Kalorien
Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung; www.dge.de

Deutsche Krebshilfe. Ernährung bei Krebs. Die blauen Ratgeber, Nr. 46; www.krebshilfe.de

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg; www.krebsinformationsdienst.de

Deutsche Krebsgesellschaft; www.krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebshilfe. Bewegung und Sport bei Krebs. Die blauen Ratgeber, Nr. 48; www.krebshilfe.de