Helmuth Mohn, 71, Handwerksmeister:
"Mit meiner Frau bin ich einfach glücklich. Seit 47 Jahren. Jedes Jahr. Jeden Tag."

Unterstützung

Wie können Angehörige Betroffene unterstützen?

Lungenkrebs Unterstützung AngehörigeDie Diagnose Lungenkrebs trifft nicht nur den Erkrankten selbst, sondern auch für Familie und Freunde verändert sich das Leben entscheidend. Die Angehörigen übernehmen meist eine unterstützende Funktion. Angefangen vom Umgang mit dem Erkrankten bis hin zu alltäglichen Problemen.



Nachdem die Diagnose Lungenkrebs gestellt wurde, entsteht oftmals ein Gefühlschaos bei den Angehörigen. Häufig reagieren Angehörige mit Zukunftsängsten, Hilflosigkeit, Trauer, Wut oder Überforderung. Das ganze Leben erscheint auf den Kopf gestellt. Doch gerade in dieser Situation können Angehörige dem Betroffenen das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. Gehen Sie auf den Betroffenen zu und bieten Sie ein Gespräch an. Erfragen Sie, worüber der Betroffene gerade sprechen möchte. Auch Sätze wie „Wir schaffen das gemeinsam“ oder „Ich bin bei dir“ schaffen Mut und geben ein Gefühl von Kraft.

Rollenverhältnisse erhalten

An Lungenkrebs zu leiden bedeutet nicht, dass die Rollen innerhalb der Familie oder des Freundeskreises aufgelöst oder verändert werden müssen. Wichtiger ist es, dass sich so wenig wie möglich und so viel wie nötig verändert. Der Betroffene sollte seine Selbstbestimmung behalten. Die Angehörigen und Freunde sollten also den Betroffenen in alle Entscheidungen oder Abläufe mit einbeziehen und auf dessen Bedürfnisse eingehen. Doch Achtung! Übertriebene Fürsorge oder gar Schonung drängt Betroffene in eine Krankenrolle, die das Gefühl vermitteln könnte, nicht mehr als vollwertiges Familienmitglied angesehen zu werden.

Eigene Kräfte realistisch einschätzen

Lungenkrebs Hilfe AngehörigeAchten Sie darauf, dass Sie in dieser belastenden Situation immer wieder für persönliche Auszeiten sorgen: Zeit für sich nehmen, sich Gutes tun, um die Batterien wieder aufzuladen. Sie können dem Betroffenen nur Unterstützung bieten, wenn Sie auch genügend Kraft dafür haben. Sich selbst aufzugeben und aufzuopfern und nur noch zu funktionieren führt dazu, dass sich wiederum der Betroffene verantwortlich fühlt für das, was er seinen Angehörigen scheinbar "zumutet".

Psychologische und seelsorgerische Unterstützung

Scheuen Sie sich nicht, auch psychologische oder seelsorgerische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ein Psychologe oder Seelsorger kann Ihnen helfen, in dieser schwierigen Lebenssituation Wege zu finden, um mit Gefühlen wie Hilflosigkeit, Überforderung, Wut und Angst umzugehen.

(Wie) sage ich es Kindern?

Kinder sind in der Lage, kleinste Veränderungen und Belastungen innerhalb der Familie zu erspüren. Ein Verschweigen der Krebserkrankung führt früher oder später dazu, dass das Kind bei zunehmender Belastung beginnt, Ängste zu entwickeln. Kinder sehen die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Verschiedene Situationen wie ein Krankenhausaufenthalt des Bertoffenen können bereits zu extremen Reaktionen führen.

Daher ist vor allem eine kindgerechte Aufklärung über die Lungenkrebserkrankung des Elternteils wichtig. Sprechen Sie sich genau ab, was Sie Ihrem Kind an Informationen übermitteln wollen. Weiterhin sollten Sie dem Kind die Möglichkeit geben, immer wieder Fragen zu stellen. Auch wenn die familiäre Situation schon schwierig genug erscheint, benötigen Kinder gerade jetzt besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge. Eine Einweihung von Lehrern oder Erziehern sichert einen individuellen und umstandsgerechten Umgang mit Ihrem Kind in Schule oder Kindergarten.


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Quellen:
Beckmann I-A: „ Hilfen für Angehörige. Antworten. Hilfen. Perspektiven. Die blauen Ratgeber Band 42.“ hrsg.v. Deutsche Krebshilfe e.V. (2010).

Delbrück H.: Lungenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart (2009).

Autor:
Marlen Jordan

Quelle: http://www.lungenkrebs.de