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Wie können Angehörige Krebskranke unterstützen?

Nachdem die Diagnose Lungenkrebs gestellt wurde, entsteht oftmals auch bei den Angehörigen ein Gefühlschaos. Häufig reagieren sie mit Zukunftsängsten, Hilflosigkeit, Trauer, Wut oder Überforderung. Das ganze Leben scheint auf den Kopf gestellt. Doch gerade in dieser Situation können Angehörige dem Krebskranken das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. Gehen Sie auf den Betroffenen zu und bieten Sie ein Gespräch an. Erfragen Sie, worüber der Erkrankte gerade sprechen möchte. Auch Sätze wie „Wir schaffen das gemeinsam“ oder „Ich bin bei dir“ schaffen Mut und geben ein Gefühl von Kraft.

Rollenverhältnisse erhalten

An Lungenkrebs zu leiden bedeutet nicht, dass die Rollen innerhalb der Familie oder des Freundeskreises aufgelöst oder verändert werden müssen. Es ist wichtig, dass sich so wenig wie möglich und so viel wie nötig verändert. Der Betroffene sollte seine Selbstbestimmung behalten. Die Angehörigen und Freunde sollten also den Erkrankten in alle Entscheidungen oder Abläufe miteinbeziehen und auf dessen Bedürfnisse eingehen. Doch Achtung! Übertriebene Fürsorge oder gar Schonung drängt Betroffene in eine Krankenrolle, die das Gefühl vermitteln könnte, nicht mehr als vollwertiges Familienmitglied angesehen zu werden.

Eigene Kräfte realistisch einschätzen

Achten Sie darauf, dass Sie in dieser belastenden Situation immer wieder für persönliche Auszeiten sorgen: sich Zeit für sich nehmen, sich Gutes tun, um die Batterien wieder aufzuladen. Sie können dem Betroffenen nur Unterstützung bieten, wenn Sie auch genügend Kraft dafür haben. Sich selbst aufzugeben und aufzuopfern und nur noch zu funktionieren führt dazu, dass sich wiederum der Krebskranke verantwortlich fühlt für das, was er seinen Angehörigen scheinbar zumutet.

Wie können Sie sich selber unterstützen?

Scheuen Sie sich nicht, neben der Hilfe von Familienangehörigen, Freunden oder Kollegen auch psychologische oder seelsorgerische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ein Psychologe oder Seelsorger kann Ihnen helfen, in dieser schwierigen Lebenssituation Wege zu finden, um mit Gefühlen wie Hilflosigkeit, Überforderung, Wut und Angst umzugehen.

(Wie) sage ich es Kindern?

Kinder sind in der Lage, kleinste Veränderungen und Belastungen innerhalb der Familie zu erspüren. Ein Verschweigen der Krebserkrankung führt früher oder später dazu, dass das Kind bei zunehmender Belastung beginnt, Ängste zu entwickeln. Kinder sehen die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Verschiedene Situationen, wie ein Krankenhausaufenthalt des Erkrankten, können bereits zu extremen Reaktionen führen. Daher ist vor allem eine kindgerechte Aufklärung über die Lungenkrebserkrankung des Elternteils wichtig. Hierzu finden Sie auf der Seite der deutschen Krebsgesellschaft weitere gute Informationen, beispielsweise ein Interview mit der Psychologin Claudia Heinemann.

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Quellen:

  1. Deutsche Krebshilfe; Hilfen für Angehörige. Antworten. Hilfen. Perspektiven. Die blauen Ratgeber, Nr. 42 (2010)
  2. Künzler A, Mamié S, Schürer C. Diagnose-Schock: Krebs. Hilfe für die Seele – Konkrete Unterstützung – Für Betroffene und Angehörige. SpringerMedizin; Springer Verlag Heidelberg und Berlin (2012)
  3. Delbrück H.: Lungenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart (2009)