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Steckbrief Lungenkrebs

Lungenkrebs: Das Wichtigste in Kürze

Lungenkrebs SteckbriefHier finden Sie kurz gefasste Informationen über die Einteilung, die Häufigkeit, die Ursachen, die Behandlung und die Behandlungsaussichten bei Lungenkrebs. Ausführliche Informationen finden Sie in den Rubriken „Lungenkrebs“ und „Therapie von Lungenkrebs“ auf dieser Seite.



Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs ist eine bösartige Gewebewucherung, die von den Zellen des Lungengewebes ausgeht, speziell aus den Zellen, die die Atemwege (Bronchien) auskleiden. Lungenkrebs wird von den Medizinern auch als Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom bezeichnet.

Einteilung

Es gibt verschiedene Arten von Lungenkrebs. Die Haupt- und Untergruppen sind:

 

  • Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (ca. 85 Prozent aller Fälle):
    • Plattenepithelkarzinom: Ausgangsgewebe ist die oberste Zellschicht der Schleimhaut in den Bronchien.
    • Adenokarzinom: Ausgangsgewebe sind Drüsenzellen.
    • Großzelliges Bronchialkarzinom: Ausgangsgewebe ist unklar.
  • Kleinzelliger Lungenkrebs: keine Untergruppen, ca. 15 Prozent aller Fälle, wächst zumeist sehr schnell.

 

Beurteilung der Schwere der Erkrankung:

 

  1. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Die Ausbreitung der Krankheit wird nach der Ausdehnung des Krebses im Brustraum (Kürzel: T), dem Befall von Lymphknoten (N) und der Absiedelung von Tochtergeschwülsten (Metastasen, Kürzel: M) mithilfe der TNM-Klassifikation angegeben. Die Aggressivität der Erkrankung beurteilt man danach, wie stark die Krebszellen von ihrem Ausgangszelltyp abweichen.
  2. Kleinzelliger Lungenkrebs:
    • Limited disease (begrenztes Stadium): Der Krebs ist auf einen Lungenflügel begrenzt.
    • Extended disease (erweitertes Stadium): Der Krebs hat sich über einen Lungenflügel hinaus ausgebreitet.

 

Häufigkeit

Weltweit hat sich Lungenkrebs in den letzten Jahren zur Krebstodesursache Nummer 1 entwickelt. Auch in Deutschland handelt es sich um eine der häufigsten Krebsarten. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 33.000 Männer (dritthäufigster Krebs nach Prostata- und Darmkrebs) und 15.000 Frauen (dritthäufigste Krebserkrankung nach Brust- und Darmkrebs). In Deutschland erkrankt etwa jeder 15. Mann und jede 36. Frau im Laufe des Lebens an Lungenkrebs.

Ursachen

Zu den Ursachen gehören, nach Wichtigkeit geordnet:

 

  • aktives Rauchen (ca. 85 Prozent aller Lungenkrebsfälle)
  • das radioaktive Gas Radon (kommt im Erdboden und in manchen Baumaterialien vor)
  • passives Rauchen
  • krebserregende Substanzen am Arbeitsplatz (z.B. Asbest, Benzol)
  • Luftverschmutzung (z.B. Feinstaub)

 

Symptome

Es gibt kein Symptom, das eindeutig auf Lungenkrebs hinweist. Mögliche Beschwerden sind unter anderem:
Lungenkrebs Husten Schmerzen Luftnot

 

  • Husten
  • Bluthusten
  • Unklare Brustbeschwerden
  • Brustschmerzen
  • Luftnot
  • Wasseransammlung in der Lunge
  • Schwäche und Gewichtsverlust

 

Diagnose

Für die Diagnose von Lungenkrebs muss eine Gewebeprobe entnommen und untersucht werden. Bei der Gewebeprobe kann es sich um Auswurf oder um ein bei einer Spiegelung oder Operation gewonnenes Gewebestück handeln.

Bildgebende Verfahren helfen bei der Bestimmung der Ausdehnung des Krebses und seiner Absiedelungen im Körper:

 

  • Röntgenbild
  • Computertomographie
  • Positronen-Emissionstomographie

 

Auch eine Spiegelung der Atemwege kann erforderlich sein.

Therapie

Das Therapieverfahren hängt von der Ausbreitung und der Art des Lungenkrebses ab:

  • Operation: besonders bei kleinen Tumoren
  • Chemotherapie: allein oder in Kombination mit Operation und/oder Bestrahlung - bestimmte Arzneimittel schädigen gezielt die Krebszellen
  • Strahlentherapie: allein oder in Kombination mit Operation und/oder Chemotherapie - gezielte Bestrahlung zerstört Krebszellen
  • Zielgerichtete Therapie: spezielle Medikamente verhindern gezielt das Wachstum der Krebszellen oder die Versorgung des Tumors mit Blut

Behandlungsaussichten (Prognose)

Trotz großer medizinischer Fortschritte wird Lungenkrebs zumeist erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt. Das erschwert die erfolgreiche Behandlung. Nach aktuellen Zahlen sind fünf Jahre nach der Diagnose der Erkrankung durchschnittlich noch 15 Prozent der Betroffenen am Leben. Moderne Behandlungsverfahren, z.B. die zielgerichtete Therapie, sind in diesen Zahlen jedoch noch nicht enthalten. Es ist daher möglich, dass die neuen Therapien zu deutlich besseren Behandlungsaussichten führen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:

Quellen:

Goeckenjan G et al.: Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Krebsgesellschaft. Pneumologie 2010, 64(Suppl 2):e1-e164

Molina JR et al.: Non-small cell lung cancer: epidemiology, risk factors, treatment, and survivorship. Mayo Clin Proc 2008; 83(5):584-594

Autor:
Jan Groh

Abbildungen:
2. (Husten)  © Lisa F. Young – Fotolia.com

Quelle: http://www.lungenkrebs.de